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Alpencup Schwaiganger: Beste Bedingungen und gute sportliche Leistungen trotz Wetterkapriolen

Am vergangenen Wochenende fand die wahrscheinlich südlichste Vielseitigkeit in Deutschland am Landgestüt im bayerischen Schwaiganger statt. Neben zahlreichen nationalen Dressur-, Spring- und Geländeprüfungen fanden mit einer CCI1*-Intro, CCI2*-S und CCI3*-S auch wieder drei internationale Prüfungen statt. Außerdem wurden die bayerischen Meister der Vielseitigkeit in Schwaiganger ermittelt. Trotz zwischenzeitlich herausfordernder Wetterbedingungen und daraus resultierender Anpassungen der Zeiteinteilung konnten alle Starterpaare bei gute Bedingungen in allen drei Teilprüfungen an den Start gehen. In der CCI3*-S feierte Anna Haag ihren bereits dritten Sieg in Schwaiganger, die CCI2*-S konnte Emely Kurbel für sich entscheiden und in der CCI1*-Intro freute sich Verena Schwaiberger über ihren ersten internationalen Sieg.

CCI3*-S: Favoritensieg für Anna Haag

Schon 2023 und 2025 konnte sie die CCI3*-S Prüfung für sich entscheiden und auch 2026 hieß die Siegerin des Alpencups in Schwaiganger Anna Haag. Sie ritt wie in den letzten Jahren auch ihren selbstgezogenen Routinier Little Caterpillar von Diarado. Nach der Dressur lagen die beiden mit -29,1 Punkten noch auf dem zweiten Platz, konnten jedoch in den anderen beiden Disziplinen ihre ganze Erfahrung ausspielen, blieben im Parcours ohne Abwürfe und drehten im Gelände mit 3,6 Zeitfehlern die schnellste Runde im 19-köpfigen Starterfeld. Mit -32,7 Punkten gewann das bereits bis CCI4*-S erfahrene Duo aus Ansbach, welches im vergangenen Monat erstmalig bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren in Luhmühlen am Start war, sowohl die Prüfung als auch die Wertung der Bayerischen Meisterschaften in der Vielseitigkeit mit über sieben Punkten Vorsprung.

Über ihre bisher beste 3*-Platzierung konnte sich Nadine Hofmann auf dem zweiten Platz freuen. Mit dem erst neunjährigen Trakehner Umanoff (Züchter: Uwe Müller; Besitzerin: Reiterin) erzielte sie mit -28,7 Punkten in der Dressur nicht nur eine persönliche Bestleistung im Viereck, sondern auch die beste Vorstellung im Starterfeld und ging als Führende in die zweite Teilprüfung, das Springen. Dort fiel zwar eine Stange, doch Dank einer flotten Geländerunde mit nur 7,2 Zeitfehlern konnte sich das Duo aus Burglengenfeld nördlich von Regensburg Platz 2 in der Prüfung (-39,9) sowie die Silbermedaille in der Wertung zur Bayerischen Meisterschaft sichern.

Knapp dahinter platzierte sich die 35-jährige Hanne Henning im Sattel von Sicherlich Wilde Hilde (Züchter: Reinhard Groß; Besitzerin: Reiterin) auf dem dritten Platz mit einem Endergebnis von 41,4 Minuspunkten. Die neunjährige Hannoveranerstute startete mit -32,6 Punkten aus der Dressur in das Turnier. Im Parcours fiel eine Stange und im Busch drehten die beiden in ihrer allerersten 3*-Prüfung die zweitschnellste Runde des Tages mit nur 4,8 Zeitfehlern. Im vergangenen Jahr war das Duo Teil des Silberteams aus Baden-Württemberg beim Bundeswettkampf in Hambach.

Den vierten Platz in der Prüfung und die Bronzemedaille in der Bayerischen Meisterschaft holte Dr. Stefanie Lahmer mit dem 12-jährigen Trakehner Isselhook’s Franky (Züchter: Frank Weißkirchen; Besitzerin: Reiterin) mit einem Endergebnis von -44,8 Punkten. Die 31-jährige erhielt erst vor wenigen Monaten ihren Doktortitel im Bereich Information Systems und konnte mit ihrem Hirtentanz-Sohn in der Prüfung ihre bisher beste 3*-Platzierung holen. In der Dressur erhielten die beiden -30,4 Punkte und blieben im Parcours ohne Abwürfe, sodass sie von Platz 2 aus ins Gelände starteten. Auf der Crossstrecke genossen die beiden das einzigartige Bergpanorama in Schwaiganger etwas länger und kamen mit 14,4 Zeitfehlern ins Ziel. In ihrer allerersten 3*-Prüfung galoppierte Lena Marie Setzwein mit Fourfields Maximum Stake (Besitzerin: Gabriele Setzwein) direkt in die Top 5. Die 22-jährige aus Polling in Oberbayern erzielte im Sattel ihrer Irish Sport Horse Stute trotz einmaligen Verreitens -33,7 Punkte in der Dressur. Im Springen kamen ein Abwurf sowie 2,4 Zeitfehler hinzu. Am Sonntag stand dann noch das abschließende Gelände an. Hier kamen die beiden ohne Probleme an den Hindernissen mit nur 5,2 Zeitfehlern ins Ziel und schafften mit einem Endergebnis von -45,3 Punkten den Sprung in die Top 5.

Weitere platzierte deutsche Teilnehmer in der CCI3*-S: 6. Klaus Kienle mit Illingstoa (-47,0); 7. Robert Sirch mit Gortglas Diamonds In The Sky (-48,9); 9. Fritz Sontheim mit Jena Jamais (-52,2)

Endergebnis CCI3*-S

Endergebnis Bayerische Meisterschaft Vielseitigkeit 2026

Bayerische Meisterschaft Vielseitigkeit 2026 beim Alpencup Schwaiganger (CCI3*-S) Gold für Anna Haag und Little Caterpillar, Silber fürNadine Hofmann & Umanoff und Bronze für Dr. Stefanie Lahmer & Isselhook’s Franky – Foto: privat

CCI2*-S: Emely Kurbel sichert sich den Sieg

Die Siegerin der 2*-Kurzprüfung hieß in diesem Jahr Emely Kurbel. Im Sattel des siebenjährigen Trakehners Hagrid (Züchter: Andreas Wiecha; Besitzer: Sportpferde Kurbel) gewann sie die Prüfung mit -30,8 Punkten. Ihrem Dressurergebnis von glatten 70 Prozentpunkten musste sie lediglich 0,8 Zeitfehler im Busch hinzufügen. Da jedoch keines der 22 in das Gelände gestarteten Paare die Bestzeit einhalten konnte, machte ihnen niemand trotz der zwei Sekunden Zeitüberschreitung im Gelände den Sieg streitig. Für die 21-jährige aus Frankfurt war es der erste internationale Sieg der Saison mit dem selbstausgebildeten Wallach, den sie im vergangenen Jahr auch beim Bundeschampionat der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde in Warendorf vorstellte.

Auch der dritte Platz in der CCI2*-S Prüfung ging nach Deutschland. Hier platzierte sich Andreas Kölbl mit dem ebenfalls siebenjährigen Hannoveraber Damion (Züchter: Ingrid Wollner; Besitzer: Reiter) mit -35,5 Punkten. Der 31-jährige Bereiter ist am Landgestüt in Schwaiganger beheimatet und startete mit seinem selbst ausgebildeten Dante’s Junior-Sohn erst zum zweiten Mal auf 2*-Niveau. Die beiden absolvierten mit -28,3 Punkten die beste Dressur im Starterfeld und mussten lediglich einen Abwurf und 3,2 Zeitfehler im Gelände hinzuaddieren. Das Endergebnis der beiden, die im vergangenen Jahr bei den Bundeschampionaten in Warendorf am Start waren, betrug -35,5 Punkte.

Platz 4 belegte Fritz Sontheim mit Convenuto DKG (Züchter: Klaus Gumpert; Besitzer: Ralf Meßner) und -36,0 Punkten. Der 20-jährige aus Neufra-Lieshöfe (Baden-Württemberg) erzielte mit glatten 30 Minuspunkten das zweitbeste Dressurergebnis im 33-köpfigen Starterfeld, jedoch fiel im Parcours eine Stange und aus dem Gelände kamen zwei Zeitfehler hinzu, sodass das bereits bis CCI3*-S erfahrene Duo abschließend Rang 4 belegte. Ebenfalls den Sprung in die Top 5 schaffte Melanie Dolles mit der siebenjährigen Picea (Züchterin: Elke Freistedt; Besitzerin: Reiterin) und einem Ergebnis von 48,4 Punkten. Die 34-jährige war in den Jahren von etwa 2007 – 2013 äußerst erfolgreich unter ihrem Mädchennamen Held und vertrat die deutschen Farben bei der Junioren EM in Avenches. Ihr vierbeiniger Partner war damals der Trakehner Salino TSF, der unter ihrem Vater Heiner Held 2005 einen starken 20. Platz in der 4* (heute 5*-L) Prüfung in Burghley belegte. Nach längerer Pause startete Melanie nun in Schwaiganger mit der selbst ausgebildeten Stute von Perigueux erstmalig wieder international.

Weitere platzierte deutsche Teilnehmer in der CCI2*-S: 6. Jan Buchinger mit Vicky Viking (-54,1); 8. Dr. Julian Scheld mit Duke (-54,5); 9. Emma Wittl mit Daniel (-56,5); 10. Süntje Streichert mit Belline Kilbunny Harmony (-57,1); 11. Bodo Battenberg mit Kinard Ryan (-58,0).

Endergebnis CCI2*-S

CCI1*-Intro: Erster internationaler Sieg für Verena Schwaiberger

Ihren ersten internationalen Sieg konnte sich Verena Schwaiberger in der CCI1*-Intro sichern. Sie saß im Sattel der 10-jährigen Trakehnerstute Isar (Züchter: Paul Wimmer; Besitzerin: Reiterin) und beendete die Prüfung mit einem Endergebnis von -25,7 Punkten. Bereits nach der Dressur lag das Duo aus Bayern mit -24,5 Punkten auf dem zweiten Platz von insgesamt 47 Teilnehmenden. Im Parcours kamen lediglich 1,2 Zeitfehler hinzu und im Gelände blieben die beiden ohne weitere Strafpunkte, sodass sich die 29-jährige beim zweiten internationalen Start über den Sieg und auch den Gewinn der oberbayerischen Meisterschaft in der Vielseitigkeit freuen konnte. Auch Platz drei blieb in Deutschland: Hier platzierte sich Julia Maria Lentrodt mit dem siebenjährigen Castle Creek-Sohn Carto (Züchter: Heinz Kühl-Grimm; Besitzerin: Susanne Lentrodt) mit -27,1 Punkten. Beim ersten internationalen Start des Holsteiners erzielte die Bundeskaderreiterin der Junioren -26,3 Punkte in der Dressur. Hinzu kamen lediglich 0,8 Strafpunkte für zwei Sekunden Zeitüberschreitung im Parcours.

Endergebnis CCI1*-Intro

Ein großes Dankeschön geht an den RZV Lechtal rund um die Turnierleiterin Dr. Matilda Rattenhuber, die das Traditionsturnier trotz teils widriger Wetterumstände unter besten Bedingungen für Reiter und Pferd durchführten. In diesem Jahr fanden Dank der Kooperation mit den benachbarten Weilheimer Pferdefreunden erstmalig auch nationale Prüfungen auf ihrem idyllisch gelegenen Gelände des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger vor wunderschönem Alpenpanorama statt, welche von den Dressur- und Springreitern gut angenommen wurden.

Letzte WM-Sichtung Avenches (SUI) CCIO4*-NC-S: Doppelerfolg für Christoph Wahler – Deutsches Team auf Platz 2

Das deutsche Vielseitigkeits-Team für die WM in Aachen