Das letzte internationale Vielseitigkeitsturnier in Wiener Neustadt fand 2017 an der theresianischen Militärakademie statt. Damals wurde sogar der FEI Nationenpreis im Rahmen einer CCIO4*-Prüfung dort ausgetragen. Nach acht Jahren Pause feierte der Standort 2026 ein internationales Comeback mit einer CCI4*-L, CCI4*-S, CCI3*-L und CCI3*-S Prüfung. Insgesamt gingen 41 Pferde in allen vier Prüfungen an den Start. Sechs von ihnen aus Deutschland. In der CCI4*-L konnte Vanessa Bölting einen Start-Ziel-Sieg feiern. Die CCI3*-S entschied Sophia Frank mit Lord Locksly für sich.
CCI4*-L: Start-Ziel-Sieg für Vanessa Bölting
Sie kam, sah und siegte: Vanessa Bölting nahm den über 1000 km langen Weg aus Münster nach Wiener Neustadt im Osten Österreichs, etwa eine Autostunde südlich von Wien, auf sich, um mit ihrem bewährten Ready to Go NRW (Züchter: Jörg Winterscheid; Besitzer: Hubert Hermesmeyer) in der CCI4*-L an den Start zu gehen. Und das mit großem Erfolg: Das erfahrene Duo konnte als einziges der sechs Starterpaare über 70% in der Dressur erzielen und startete mit -29,7 Punkten in die Prüfung. Im Gelände kamen zwar 6,4 Zeitstrafpunkte sowie im abschließenden Parcours ein Abwurf hinzu, doch es reichte um die Spitzenposition zu verteidigen. Mit -40,1 Punkten gewannen sie vor dem aus Bonn angereisten Inder Fouaad Mirza, der sich mit dem 13-jährigen Holsteiner Mokatoo (Züchter: Freiherr V. Meerheimb; Besitzer: Johanna Pohjonen & Fouaad Mirza) sein formelles Quali-Ergebnis für die WM in Aachen holen konnte und die Prüfung mit -42,4 Punkten beendete.

CCI3*-L: Platz 2 und 3 gehen nach Deutschland
Das Starterfeld in der langen 3*-Prüfung war mit drei Telnehmenden doch eher übersichtlich. Nichtsdestotrotz zeigten diese in allen drei Teilprüfungen gute Ergebnisse. Es siegte am Ende der Niederländer Jordy Wilken mit dem erst achtjährigen Darkness und -31,5 Punkten. Platz 2 ging an Sophia Frank mit Ballinaguilkey Velvet (Züchter: John & Barbara Walshe; Besitzer: Leon Bschorer) und einem Endergebnis von -39,5 Punkten. Der 14-jährige Ire wurde bis 2023 bis CCI4*-S von Niklas Bschorer ausgebildet, der sich allerdings mittlerweile vermehrt auf seinen Job als Anästhesist sowie ein weiteres Medizinstudium zum Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen konzentriert. Mit der 20-jährigen Nachwuchsreiterin ist Ballinaguilkey Velvet mittlerweile sehr gut zusammengewachsen und sie konnten bereits mehrere CCI3*-Platzierungen erreichen. In Wiener Neustadt blieben sie als einziges Paar im Gelände der CCI3*-L ohne Zeitfehler, im abschließenden Springen kam ein Abwurf hinzu.
Über Rang 3 freuen konnte sich die aus Ansbach in Bayern angereiste Anna Haag mit ihrem bewährten selbstgezogenen Little Caterpillar und einem Endergebnis von -47,8 Punkten. Mit -31,8 Punkten startete das bereits bis CCI4*-S platzierte Duo stark in der Dressur, ließ es im Gelände allerdings etwas ruhiger angehen und sammelte 16 Zeitstrafpunkte für 40 Sekunden Zeitüberschreitung. Im abschließenden Springen blieben die dreifache Mama und ihr 15-jähriger Hannoveraner ohne weitere Strafpunkte.
CCI4*-S: Familie Siegl dominiert
Am besten war die CCI4*-S mit 19 Teilnehmenden besetzt. Hier feierte Lea Siegl im Sattel von Van Helsing P und Watermill Giorgio RS einen Doppelsieg und belegte die Plätze 1 und 2. Mit ihrem aktuellen Spitzenpferd, dem 16-jährigen Brandenburger Van Helsing P aus der Zucht der Familie Pfitzmann, beendete sie die Prüfung mit -35,1 Punkten. Mit dem ein Jahr jüngeren KWPN-Wallach Watermill Giorgio RS betrug das Endergebnis -37,7 Punkte. Vater Harald Siegl ging erstmalig seit 2015 wieder auf 4*-Niveau an den Start und belegte mit der Hannoveranerstute Monroe de Hus den dritten Platz.
CCI3*-S: Erster internationaler Sieg für Sophia Frank
Ihren ersten internationalen Sieg feierte Sophia Frank aus Brebersdorf in Unterfranken in der CCI3*-S. Mit dem bereits 18-jährigen Lord Locksly (Züchter: ZG Hummer/Frank; Besitzer: Stephanie Hümmer-Frank & Max Ort) passte an diesem Wochenende alles und die beiden konnten mit -40,8 Punkten nicht nur den Sieg, sondern auch 500€ Preisgeld mit nach Hause nehmen. Zum Dressurergebnis von -31,2 Punkten kamen im Gelände 1,6 Zeitstrafpunkte für vier Sekunden Zeitüberschreitung hinzu. Im Parcours fielen zwar zwei Stangen, der Vorsprung zur Konkurrenz reichte jedoch aus, sodass sie sich über die goldene Schleife freuen konnten.

