Jörg Kurbel lebt mit seiner Familie in Rüsselsheim und wurde am 14.06.1967 geboren. Er betreibt einen Ausbildungs- und Verkaufsstall für Spring- und Vielseitigkeitspferde.

Schon mit 6 Jahren nahm er die ersten Reitstunden, sein Vater Walter war passionierter Springreiter, der erfolgreich Springen der Klassen L und M bestritt. Beruflich zum Pferd orientierte sich Jörg bereits mit 16 Jahren: In der Zeitschrift „Unser Pferd“ las er eine Annonce des Gestüts Tannenhof, welches einen Auszubildenden zum Pferdewirt suchte. Jörg Kurbel begann seine Ausbildung bei Harry Klugmann, der ihn auch zum Vielseitigkeitssport brachte. Im Anschluss machte er sich bereits mit 21 Jahren selbstständig. 2010 baute er dann gemeinsam mit Frau Alexandra auf dem Resthofgelände der Schwiegereltern den heutigen Reitbetrieb.

Dressurmäßig arbeitete Jörg lange Jahre mit Wilfried Schmitt (+) zusammen, der auch die Pferde für Liselott Linsenhoff ausbildete. Eine der wichtigsten Personen für Jörg Kurbel war und ist Nico Hauf. Er brachte Jörg zurück in die Vielseitigkeit, nachdem dieser im Jahr 2000 den schwersten Moment seiner Karriere durchmachen musste. Mit seinem damaligen Erfolgspferd What’s up, den er selbst ausbildete und 1998 erfolgreich bei den Jungpferde-Weltmeisterschaften in Le Lion d’Angers vorstellte, in der langen und schweren Prüfung in Achselschwang am Start. Nach einer ordentlichen Dressur und einer Nullrunde in der Zeit durchs Gelände kam What’s up ohne Beanstandung durch den Vet-Check im Zielbereich. Doch 1,5 Stunden später waren beide Vorderbeine angelaufen- Sehnenschäden, die das Aus für den Vielseitigkeitssport bedeuteten.

Übrigens schenkte Jörg nach dem Auskurieren und Platzierungen in S Springen seinen What’s up der langjährigen Pflegerin Annabel. Jörg ritt erst einmal nur noch Springprüfungen und kehrte der Vielseitigkeit den Rücken. Nico Hauf war es dann, der 2012 in England den Iren Brookfield de Bouncer für Jörg Kurbel kaufte, um diesen wieder in den Vielseitigkeitssport zu verhelfen. Mit dem groß gewachsenen Schimmelwallach ritt er zunächst erfolgreich auf 2* Niveau.

2014 fehlte dann in Montelibretti ein Mannschaftsreiter für den Nationenpreis. Ein bisschen Überredungskunst brauchte Mannschaftskollege Bodo Battenberg, bis Jörg dann in Italien seine erste 3* Prüfung nach der langen Pause antrat. Die Prüfung bereitete ihm dann einen der schönsten Momente seiner Karriere: Mit dem Doppelsieg im Nationenpreis traten er und Brookfield de Bouncer die Rückreise an.

Neben seinem Ziel, junge Pferde in den Sport zu bringen, wäre es ein Traum für ihn, einmal für Deutschland bei einem Championat starten zu dürfen- egal welches. Als Vorbild bei seiner Arbeit sieht er Andrew Nicholson an. „Andrew lebt ein ganz spezielles Horsemanship, er hat seinen eigenen Stil und reitet immer aus seinem Bauchgefühl heraus. Er schafft es auch, 2* Pferde über 4* Kurse zu reiten, ohne das es schlecht aussieht.“