Auf dem alljährlichen Märzturnier beim PZRV Luhmühlen fand in diesem Jahr erstmalig eine nationale Vielseitigkeit der Klasse M/S statt. Die Dressur- und die Springprüfung wurde auf 4*-Niveau geritten, das Gelände dagegen entsprach den Anforderungen einer 3*-Prüfung. Ein Pilotprojekt, welches, wenn es nach Bundestrainer Peter Thomsen, den Veranstaltern, Reitern und Pferdebesitzern geht, keines bleiben soll.
Perspektivkaderreiterin Heike Jahnke gewann diese Prüfung Ende März mit ihrer bis CCI4*-S siegreichen Stute Mighty Spring FRH und zeigte sich, wie viele ihrer Reiterkollegen, bei der Platzierung sehr begeistert von dem neuen Format: ,,Das war eine sehr wertvolle und gelungene Vorbereitung für die neue Saison. Wir sind dem Veranstalter sehr dankbar für die Möglichkeit und fänden es großartig, wenn dieses Angebot auch in den nächsten Jahren bestehen bliebe.“
Bundestrainer Peter Thomsen bewertet die Prüfung ähnlich und erläuterte gegenüber Buschreiter.de auch die Beweggründe, die nationalen Prüfungen auf höherem Niveau in Deutschland nach längerer Pause wiederzubeleben: ,,Wir erleben immer wieder, dass der Übergang vom 3* zum 4* Bereich doch ein großer Schritt ist und einige Nachwuchsreiter oder junge Pferde zu Beginn noch mit den Anforderungen des 4*-Geländes überfordert sind. Also haben wir uns ein Beispiel an den Engländern und Franzosen genommen, wo solche nationalen Prüfungen auf hohem Niveau schon lange gang und gäbe sind. Die Prüfung soll an die Anforderungen der schweren Klasse heranführen, ohne direkt zu überfordern. Auch für die erfahreneren Paare war es eine tolle Möglichkeit früh in der Saison bereits auf 4*-Niveau zu trainieren und sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten ohne direkt 800km weit fahren zu müssen.“
Nach der positiven Rückmeldung soll es nicht bei der einmaligen Durchführung Anfang des Jahres bleiben, im Rahmen der DJM in Luhmühlen wird in diesem Jahr erstmalig auch eine Vielseitigkeit der Klasse S ausgerichtet, sprich Dressur und Springen auf 4*-Niveau, das Gelände angelehnt an die CCI3*-L Strecke der jungen Reiter, mit einigen zusätzlichen freundlichen 4*-Sprüngen bzw. Aufgaben. ,,Wir versprechen uns davon eine Heranführung an das Level, ohne das Gelände gleich allzu selektiv zu gestalten,“ so Thomsen.
Ein weiterer Benefit für die Reiter sind die deutlich niedrigeren Kosten als bei internationalen Starts. Das Nenngeld für die VM/S in Luhmühlen betrug 120€. Zum Vergleich dazu kostete die Nennung in der CCI3*-S auf dem gleichen Turnier 260€ plus 18€ EADCMP Gebühr (FEI Anti Doping Gebühr). Auf der anderen Seite bleiben dadurch natürlich auch weniger Einnahmen für den Veranstalter übrig.
Peter Thomsen wünscht sich für die Zukunft, dass es für dieses Format nicht bei einzelnen Prüfungen bliebe, sondern dass es möglicherweise eine kleine Serie mit 3-4 Prüfungen über das Jahr verteilt gäbe mit einem Finale im Herbst. ,,Dafür ist es aber unabdingbar, dass die Veranstalter finanziell durch einen Sponsor unterstützt werden. Pro Veranstaltung gilt es Kosten von ca. 3000 – 4000€ zu stemmen, wofür wir aktuell jemanden suchen, der Interesse daran hat sich als Sponsor an einer solchen Serie zu beteiligen. Dies würde pro Jahr Kosten von ca. 12000€ bedeuten,“ so der Bundestrainer. Es gibt bereits weitere Veranstalter in Deutschland die Interesse an der Durchführung einer solchen Prüfung gezeigt haben, jedoch aufgrund der hohen Kosten bisher noch zögerlich sind.
Sollte es also Firmen oder Einzelpersonen geben die sich durch das neue Prüfungsformat angesprochen fühlen und diese Entwicklung gerne fördern und weiter mit ausgestalten wollen, so freut sich der Bundestrainer über eine unverbindliche Kontaktaufnahme unter: thomsen.p@icloud.com

