Was hat es eigentlich auf sich mit dem Test-Event für die Olympischen Spiele in Tokio ?

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Was hat es eigentlich auf sich mit dem Test-Event für die Olympischen Spiele in Tokio ?

Granulin 2 Jan MATTHIAS (GER) / Wiesbaden CCI4*-S 2019 mit Event Rider Masters ©Lutz KAISER - AGENTUR datenreiter

In den vergangenen Tagen berichteten wir, dass sich Michael Jung, Peter Thomsen und Jan Mathias auf den Weg nach Tokio zu dem Test-Event der Olympischen Spiele 2020 machen. Doch was hat das eigentlich auf sich?

Schon seit vielen Jahren fliegen im Jahr vor den Olympischen Spielen Pferde zum Test-Event. Beispielsweise flogen auch deutsche Paare 2007 nach Hongkong.

Wofür eigentlich? Von dem Test-Event erhoffen sich die Nationaltrainer und -verbände möglichst viele Erfahrungswerte hinsichtlich der optimalen Vorbereitung, der Auswahl der geeigneten Paare und des Managements. Diese Test-Events – Ready steady Tokyo 2020 – werden in vielen verschiedenen Sportarten angeboten.

Insgesamt werden in diesem Jahr 16 Reiter mit 22 Pferden bei der CCI3*-S Prüfung an den Start gehen- darunter alleine 10 japanische Reiter. Zur Entry Liste

Aus deutscher Sicht werden Peter Thomsen mit Cool Charly Blue, Michael Jung mit Wild Wave und Jan Mathias mit Granulin in Tokyo starten.

Zudem werden der Bundestrainer Hans Melzer und der deutsche Team-Vet Dr. Matthias Niederhofer die Reise begleiten.

Seit Sonntag sind die drei deutschen Pferde in Warendorf, seit gestern morgen um 9 Uhr stehen sie im Quarantäne-Bereich. Zudem ist Bloom des hauts crets, das Pferd von Andrew Hoy, sowie drei Pferde der japanischen Reiter, u.a. von den in Deutschland lebenden Yoshiaki Oiwa und Kenki Sato im Quarantäne-Bereich eingezogen. Ein eigener Stalltrakt mit einer Reithalle und einem Außenplatz wurden eigens dafür abgeriegelt- die strengen Vorschriften müssen eingehalten werden, um eine mögliche Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Dazu zählt auch, dass die Reiter sich umziehen müssen, sobald sie den Quarantäne-Bereich betreten wollen. Trainiert werden die Pferde bis zum Abflug weiterhin. Heute stand noch eine Galopptrainings-Einheit auf dem Plan, dafür wird der Geländeplatz komplett abgesperrt, sodass die Pferde nicht in Kontakt mit anderen Pferden kommen können. Das Training der drei reisenden Pferde wird bereits seit 60 Tagen intensiv überwacht und protokolliert, es werden regelmäßig und bei besonderen Trainingseinheiten Blut- und Laktatwerte genommen, um im Nachhinein Rückschlüsse ziehen zu können.

Ausgewählt wurden von Bundestrainer Hans Melzer bewusst drei verschiedene Pferdetypen- um auch daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Cool Charly Blue, Wild Wave und Granulin werden am kommenden Montag von Frankfurt aus gemeinsam mit den anderen in Warendorf aufgestallten Pferden, sowie Pferden, die in England bereits in Quarantäne stehen, nach Tokio fliegen. Jan Mathias tritt parallel die Reise an und wird sich gemeinsam mit Michael Jungs Pflegerin vor Ort um das Training der Pferde kümmern. Die Pferde werden auf dem Flug von versiertem Fachpersonal begleitet- Menschen, die täglich Pferde im Flugzeug und bei der direkten Vor- und Nachbereitung betreuen.

Michael Jung, Peter Thomsen und Hans Melzer werden in tierärztlicher Begleitung dann am 9. August in das Flugzeug steigen- und nach 11 Stunden Flug am Ziel ankommen.

Peter Thomsen mit seinem Pferd im Quarantäne-Bereich / Bild: privat

Peter Thomsen mit seinem Pferd im Quarantäne-Bereich / Bild: privat

 

Peter Thomsen- Cool Charly Blue / Bild: Karl Lohrmann

Luhmühlen 2018 / Bild: www.eventing-art.com

Wild Wave mit Michael Jung / Bild: Karl Lohrmann