Star Connection startet nach 2 Jahren wieder auf CCI4*-S Niveau und siegt bei der ERM in Wiesbaden

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Star Connection startet nach 2 Jahren wieder auf CCI4*-S Niveau und siegt bei der ERM in Wiesbaden

Es waren nur 15 Paare in der einzigen Event Rider Masters Station in Deutschland an den Start gegangen, doch traf sich im Wiesbadener Schloßpark ein hochkarätiges Starterfeld, die Podiumsplätze waren hart umkämpft.

Die Dressur begann direkt mit einem neuen Weltrekord: Ingrid Klimke und SAP Hale Bob OLD ritten als letztes Starterpaar ins Viereck ein und beendeten die Prüfung mit 83,61% – umgerechnet -16,4. An zweiter Stelle folgt Julia Krajewski mit Samourai du Thot mit -21,0. Bereits in der Dressur konnte der spätere Sieger Michael Jung sein Pferd auf Platz 3 bringen- Star Connection lieferte mit -22,2 ein tolles Ergebnis- zumal er seit Juli 2017 nicht mehr auf diesem Niveau startete und 2018 verletzungsbedingt vollständig pausierte.

Doch das Springen würfelte das Klassement deutlich durcheinander, sehr zum Leidwesen von Ingrid Klimke. Ungewöhnliche 3 Abwürfe musste sie mit ihrem Championatspferd hinnehmen, was sie im Klassement weit zurück warf. Mit einer Nullrunde wurde Julia Krajewski mit Samourai du Thot zum Overnight-Leader, direkt vor Michael Jung mit Star Connection, die ebenfalls fehlerfrei aus dem Parcours kamen. An dritter Stelle rangierte der Australier Bill Levett mit Shannondale Titan. In Lauerstellung zum Podium brachte sich Andreas Ostholt mit Pennsylvania, die vor ihrer Verabschiedung aus dem großen Sport heute ihre letzte Geländerunde ging.

Julia Krajewski zog Samourai du Thot vor dem Gelände zurück, geplant, wie sie uns berichtet. „Dass Sam hier in Wiesbaden ging, hat sich eigentlich recht spontan ergeben, da Amande de B’Neville hier eigentlich gehen sollte und leider nicht ganz fit war. Ich habe dann meinen genannten Startplatz genutzt, um Sam nochmal in Vorbereitung für Luhmühlen noch einmal in der Atmosphäre hier im Wiesbadener Stadion Dressur und Springen gehen zu lassen, wie ich es auch schon in vergangenen Jahren gemacht habe- das tut ihm eigentlich immer ganz gut als Übungsrunde. Es macht auch einfach Spaß, vor dem Wiesbadener Publikum zu reiten. Auch wenn ich jetzt vorne lag- für mich ist die Deutsche Meisterschaft nächste Woche in Luhmühlen ein Saisonhighlight, sodass natürlich außer Frage stand, dass Sam hier ins Gelände startet.“

Wer das Pfingstturnier im Wiesbadener Schloßpark kennt, der weiß: Hier gelten eigene Gesetze. Und das war auch heute so. Schnelles Reiten mit wendigen, flinken und sehr aufmerksamen Pferden ist gefragt, um in die Zeit reiten zu können. Genau das wurde Andreas Ostholt mit Pennsylvania zum Verhängnis, die kurz etwas irritiert wirkte, als sie an einem schmalen Hindernis nicht absprang, sondern vorbeilief. Im Anschluss daran folgte ein Bilderbuchritt- mach es gut, good old lady Penny.

Jan Matthias und Peter Thomsen konnten gute Runden nach Hause bringen, die beiden Paare zeigten, dass mit ihnen bald auch weiter vorne zu rechnen ist. Jan konnte als noch recht junger Reiter große Erfahrungen sammeln, Peters 10-jähriger Horseware Nobelman gab seine Premiere im Wiesbadener Schloßpark und zeigte an zwei Aufgaben durch etwas Unsicherheit, wie schwer der Kurs dann doch eigentlich ist. Platz 10 für Jan Matthias mit Granulin, Platz 8 für Peter Thomsen.

Einmal mehr eine Bilderbuchrunde ritt Louise Romeike, die in dieser Saison beständig auf höchstem Niveau Leistung gepaart mit schönem Reiten abliefert. Mit Waikiki kam sie als erste Reiterin der Bestzeit ganz nah, verpasste diese nur um vier Sekunden und platziert sich am Ende an fünfter Stelle.

Vorjahressiegerin Sarah Cohen war wieder mit ihrem Treason nach Wiesbaden gereist, in diesem Jahr wird sie Vierte und knackte als erste Reiterin die Bestzeit dieser Prüfung. Nicht einmal 1 Minuspunkt trennte in dieser Prüfung Platz 2 von Platz 4. Auf Rang drei ritt sich Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD mit der zweitschnellsten Runde wieder nach vorne, auch sie blieb innerhalb der Bestzeit.

Der „schnellste Mann im Cross“- Christopher Burton war mit einem Pferd angereist, das im letzten Jahr noch unter deutscher Fahne startete: Chloé von Anna Siemer, die nun Lawtown Chloé heißt. Platz 8 nach der Dressur und zwei schnelle Nullrunden im Springen und im Cross bringen am Ende Platz 2 für den Australier.

Michael Jung machte es gar nicht mal so spannend.Star Connection, der ehemalige Weltmeister der 6-jährigen Vielseitigkeitspferde, galoppierte strich durch den schweren Kurs, ließ an keinem Hindernis Zweifel aufkommen und war so schnell im Stadion, dass Michael Jung ganz entspannt das Tempo noch einmal für die technischen Aufgaben aufnehmen konnte und 3 Sekunden über der Bestzeit ins Ziel galoppierte- immernoch mit 4,9 Minuspunkten Vorsprung auf Christopher Burton und Lawtown Chloé. Was für ein Comeback von dem sympathischen Hannoveraner aus dem Stall Jung!