Pennsylvania geht in den wohlverdienten Ruhestand

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Pennsylvania geht in den wohlverdienten Ruhestand

„Wann ist wohl der richtige Zeitpunkt?“ – Diese Frage quälte Andreas Ostholt bereits seit 2 Jahren.

Die mittlerweile 19-jährige Hannoveraner-Stute Pennsylvania gab ihm bisher keine Anzeichen, dass sie zu alt, müde oder nicht mehr fit genug ist für den Sport. Doch nun hat er sich entschieden, die so hoch erfolgreiche Penny nach der heutigen Event Rider Masters-Prüfung beim Wiesbadener Pfingstturnier aus dem Sport zu verabschieden.

„Es ist immer schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu finden, gerade bei so einem hoch verdientem Pferd. Penny hat immer ihr bestes gegeben und ist nach ihrer Verletzungspause in der Blüte ihres Lebens in den Sport zurück gekommen. Auch jetzt, mit 19 Jahren ist sie noch so motiviert und fit, ich hoffe sie wird glücklich als Rentnerin“, erzählt Andreas.

Fünf internationale Siege gehen auf ihr Konto, davon vier auf heutigem CCI4*-S Niveau. 17 Platzierungen in den top ten konnte Pennsylvania im CCI4*-S Bereich ihrem Reiter Andreas Ostholt schenken, der sie erst 2012 von Wolf-Dieter Eckl übernahm und sie mit 12 Jahren das erste Mal im 4* Bereich startete.

Noch in diesem Jahr stellte Pennsylvania ihre Form unter Beweis und brachte Andreas mit einem 2. Platz in Sopot und einem 7. Platz in Baborowko bei den CCI4*-S Prüfungen nochmal mächtig ins Grübeln.

Doch die Entscheidung für ihn steht, nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen und das Pfingstturnier in Wiesbaden findet den würdigen Rahmen, um Penny zu verabschieden. Andreas großer Traum, in der Event Rider Masters Prüfung in Wiesbaden auf dem Podium zu stehen, ging heute leider nicht in Erfüllung. Eine kleine Umstimmigkeit an einem schmalen Element verhinderte dies. In der Startbox zeigte sich Penny schon so hochmotiviert, dass Andreas Mühe hatte, sie bei sich zu halten. Wer vorne mitreiten möchte, muss vor allem in Wiesbaden wirklich schnell reiten- das wurde den beiden heute leider zum Verhängnis. Mit einem strahlenden Lachen im Gesicht ritt Andreas die Runde bis ins Ziel und ließ seine Penny zurecht noch einmal vom Wiesbadener Publikum bejubeln.

„Penny stand immer etwas im Schatten meiner anderen Pferden. Vor allem Soey als mein Championatspferd, aber auch Corvette als Hoffnungsträger für seine Nachfolge haben sie immer etwas in den Hintergrund gestellt. Aber man muss ehrlich sagen, sie ist die Konstanteste von allen gewesen. Ein absolutes Verlasspferd, die immer ihr Bestes geben wollte. Selbst in diesem Jahr musste meine Pflegerin Sandy sie in Baborowko noch in die Startbox führen, da war von Altersmüdigkeit nicht in Ansätzen etwas zu spüren. Jede Geländerunde mit ihr habe ich genossen, und auch im Viereck und im Parcours hat sie immer ihre Leistung gebracht.“

Was ist nun der Plan für die großrahmige Stute?

„Penny wird ihre Rente mit der mittlerweile 28-jährigen Lady Lemon FRH bei mir zuhause antreten. Wir werden mal sehen, ob sie uns noch ein Fohlen schenkt. Das wäre natürlich besonders toll, gerade bei einer so leistungsbereiten Stute. Aber sie ist eben schon 19, da gehen wir ganz realistisch dran. Ich hoffe, dass Penny froh sein wird, und nicht unglücklich nach einer Aufgabe sucht. Sollte das der Fall sein, werden wir nochmal neu überlegen. Für den Fall hätte ich sicherlich einen Plan B, aber erst einmal werden wir versuchen, dass sie sich bei uns auf der Koppel wohlfühlt und ihre Rente genießt.“

Lass es dir gut gehen, Penny!