Neun Tipps für eine gute Besitzer-Reiter-Beziehung im Vielseitigkeitssport

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Neun Tipps für eine gute Besitzer-Reiter-Beziehung im Vielseitigkeitssport

Was in England und Übersee schon lange praktiziert wird, steckt in Deutschland oftmals noch in den Kinderschuhen. Die professionelle Beziehungspflege zwischen Reitern und Pferdebesitzern. Wir haben ein paar Tipps, die den Reitern, die auf Sponsoren und fremde Pferdebesitzer angewiesen sind weiterhelfen sollen und ggf. auch eine Anregung für eben diese Mäzene dienen soll.

1. Legen Sie gleich zu Beginn der Partnerschaft die Formalitäten fest. Stellen Sie sicher, dass es einen schriftlichen Vertrag oder eine Übereinkunft zwischen Reiter und Besitzer gibt. Die Event Horse Owners Association (EHOA) stellt auf ihrer Website diesbezüglich Leitlinien für Besitzer, Reiter und Verbände zur Verfügung. Einen Leitfaden für eine erfolgreiche Besitzer-Reiter-Beziehung finden Sie zudem bei World Class unter http://www.bef.co.uk/repository/downloads/Guide_to_Owners__Riders.pdf

2. Kommunikation ist der Schlüssel für eine funktionierende und langanhaltende Beziehung zwischen Reiter und Besitzer. Besitzer möchten nicht ausschließlich als Geldgeber wahrgenommen werden. Reiter sollten ihnen das Gefühl vermitteln, volles Mitspracherecht bei der Saisonplanung oder ggf. Kursänderungen zu haben.

3. Sprechen Sie miteinander über ihre Erwartungen in Punkto Einbindung ins „Geschehen“. Einige Besitzer haben ihre Pferde während der Urlaubszeit gerne bei sich zu Hause oder möchten bei Turnieren beim Putzen des Pferdes helfen. Andere kümmern sich wiederum gerne um die Kinder der Reiter, während diese sich auf die Prüfung vorbereiten. Mit anderen Worten: Sie wollen Teil des Teams sein. Manche Besitzer hingegen wollen bei einem Event lieber Zeit mit Freunden und anderen Besitzern verbringen und bevorzugen es deshalb, während des Turniers kein Schweißmesser in die Hand gedrückt zu bekommen.

4. Wenn ein Pferd im Besitz einer Eigentümergemeinschaft oder eines Syndikates ist, sollte eine klare Verständigung untereinander gewährleistet sein. Wichtig ist es, einen Hauptansprechpartner zu bestimmen, der Informationen (beispielsweise per E-Mail) gebündelt an alle Partner kommuniziert. Dabei ist es egal, ob diese Rolle einer der Besitzer oder der Reiter übernimmt.

5. Reiter dürfen nicht ein Mitglied der Eigentümergemeinschaft favorisieren, nur weil sie daraus einen Vorteil ziehen könnten – beispielsweise bei der Vergabe von Event-Eintrittskarten. Wie hier die Aufteilung erfolgt, sollte bereits detailliert in der anfänglichen Vereinbarung festgeschrieben werden.

6. Besitzer sollten realistische Erwartungen an ihren Vierbeiner haben. Nicht alle Pferde werden zu Superstars. Ein bestimmter Anteil von ihnen wird Verletzungen erleiden, bei denen die Besitzer längere Auszeiten in Kauf nehmen müssen. Auch kann es vorkommen, dass das eine oder andere Pferd aufgrund gesundheitlicher Probleme den Sport in relativ jungen Jahren verlassen muss.

7. Besitzer sollten nicht vergessen, Spaß zu haben! Lernen Sie andere Pferde-Besitzer auf dem Hof ihres Reiters kennen. Nehmen Sie an Saison-Abschlussfeiern und Preisverleihungen teil. Ein Vielseitigkeitspferd zu besitzen ist eine teure Angelegenheit, oftmals auch herzzerreißend und nervenaufreibend. Wenn Sie jedoch mit Spaß dabei sind, dann ist es die Sache wert.

8. Reiter sollten Besitzer auch daran erinnern, dass sie da sind, um Spaß zu haben. Schaffen Sie Anlässe, damit Besitzer Kontakte knüpfen können. Dazu eignet sich zum Beispiel ein Abendessen mit einer überschaubaren Teilnehmer-Anzahl. Machen Sie den Event zu einem tollen Ereignis. Nur weil Sie vor einer Prüfung keinen Appetit haben, heißt das noch lange nicht, dass der Besitzer eine Tasse Tee oder ein Stück Kuchen ausschlagen würde.

Besitzer: Denken Sie daran, dass der Reiter vor einer Prüfung nervös sein kann und seinen Freiraum bzw. Ruhe braucht.

9. Wenn Sie eine Reiter-Besitzer- Beziehung beenden, versuchen Sie, im Guten auseinander zu gehen. Reden Sie nicht schlecht über den anderen und vermeiden Sie Tratsch. Nehmen Sie es nicht persönlich, denken Sie dabei an eine klassische Kündigung der Geschäftsbeziehung – denn die Buschszene ist klein und Sie wissen nie, wann Sie den anderen wieder brauchen.