Nationenpreis Waregem (BEL)- CICO3*

In Waregem wurde am vergangenen Wochenende noch eine Wertungsprüfung des FEI Nations Cup ausgetragen, bevor es zur letzten Station nach Boekelo geht. Deutschland war einmal wieder die überragende Nation.

In der deutschen Mannschaft wurde eine Mischung aus Erfahrung, junger Energie und ganz interessanten, potentiellen Championatspaaren gewählt: Andreas Dibowski und FRH Butts Avedon, Andreas Ostholt mit Pennsylvania, Anna-Maria Rieke mit Petite Dame und Julia Krajewski mit Samourai du Thot vertraten die deutschen Farben. Wie sich herausstellte eine gute Wahl: Ähnlich überragend wie bei den Europameisterschaften in Blair Castle siegte auch hier das deutsche Team vor Belgien und den Niederlanden. Am Ende hatten sie 48,6 Minuspunkte Vorsprung- satte 12 Fehler im Parcours. Wieder einmal waren die Deutschen das einzige Team, das bei Prüfungsende noch 4 Paare in Wertung hatte.

Im Gelände schaffte es kein Paar, in die Zeit zu reiten. Am nächsten an die Zeit heran ritt Nana Dalton, die sich damit den Sieg sicherte- sie kam 17 Sekunden über der Zeit ins Ziel und bekam dafür 6,8 Minuspunkte.

Das beste Ergebnis für die Mannschaft brachte Andreas Ostholt. Nur 1 Punkt hinter der Siegerin Nana Dalton (GBR) lag er am Ende auf Rang 2: Mit Pennsylvania brachte er -41,80 Punkte in der Dressur, 1 Strafpunkt aus der Zeit nahm er aus dem Springen mit und 14,8 Punkte aus der Zeit aus dem Gelände. -57,60 Punkte in der Endabrechnung.

Fünfte wird Julia Krajewski im Sattel des 9 jährigen Franzosen Samourai du Thot. Dieses Paar bestätigte mit diesem Ergebnis die beständig sehr guten Leistungen der gesamten Saison. -45,50 Punkte in der Dressur bedeuteten trotz etwas uneiniger Richterurteile (67,6 %- 73,0%) Platz 9. Eine Nullrunde im Parcours und -14,4 Punkte im Gelände brachten sie am Ende noch auf den fünften Platz mit -59,90.

Anna-Maria Rieke und Petite Dame wurden erst kürzlich mit dem Goldenen Reitabzeichen ausgezeichnet und sammelten in Waregem die nächste top Platzierung. Sechste nach der Dressur, sechste in der Endabrechnung. Ihrem Dressurergebnis von -42,70 Punkten wurden nur -18,8 Punkte aus der Zeit im Gelände addiert, ansonsten blieb das Paar fehlerfrei. Rang 6 mit -61,50.

Die Reservisten für die Europameisterschaften, Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon, landeten am Ende auf dem 15. Platz. Mit -49,10 Punkten lagen sie nach der Dressur auf dem 21. Rang. Ein Abwurf in der dreifachen Kombination im Parcours und -16,40 Punkte brachten das Endergebnis von -69,50 Punkten.

Zusätzlich waren aber auch einige deutsche Paare als Einzelreiter am Start, die mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen konnten.

Allen voran Josefa Sommer im Sattel des 13 jährigen Hamilton. Schon nach der Dressur lagen sie auf dem 11. Rang und mussten nach einer Nullrunde im Springen nur einige Zeitfehler aus dem Gelände mitnehmen. In der Endabrechnung der 3. Platz in der hochkarätig besetzten Prüfung.

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die drei Erstplatzierten: v.l. 3. Josefa Sommer (GER)- 1. Nana Dalton (GBR)- 2. Andreas Ostholt (GER) Foto:privat

Auch Elmar Lesch konnte sich über eine Top Ten Platzierung freuen: Mit Lanzelot bekam er -48,20 Punkte auf dem Viereck und sicherte sich mit einer Nullrunde im Parcours und -16,4 Punkten im Gelände den 9. Platz mit -64,6 Punkten.

Auch mit dem Vollblüter It’s me xx konnte sich Andreas Dibowski gut platzieren: Mit -53,4 Punkten in der Dressur nur 40., arbeitete er sich mit einem Fehler im Parcours und einer schnellen Runde im Gelände (-11,2) auf den 12. Platz nach vorne.

Die 8 jährige Valentine war in Waregem erst in der zweiten 3 Sterne Prüfung am Start und zeigte eine sichere Leistung: -46,8 Punkte in der Dressur, eine Nullrunde im Springen und -22,0 Punkte aus der Zeit aus dem Gelände bedeuteten am Ende -68,8 Punkte und Rang 14.

Zwei Nachwuchsreiter konnten ebenfalls auf sich aufmerksam machen und in die Platzierung reiten:

Gregor Bensmann und der 10 jährige Nick Quick waren das zweite Mal in einer 3* Prüfung am Start und wurden mit -75,4 Punkten als 18. Platziert.

Ben Leuwer und der 9 jährige NZB Port Royal feierten einen gelungenen Einstand in die 3* Klasse: Mit -56,2 Punkten in der Dressur noch auf dem 48. Platz, schafften sie es ohne Hindernisfehler im Parcours und Gelände auf den 19. Platz.

Zusatzlich konnten die beiden die Plätze 1 (Gregor Bensmann) und 2 (Ben Leuwer) in der U25-Wertungsprüfung erreiten. 3. wird Leonie Kuhlmann mit Cascora.

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gute Leistungen der U25 Reiter v.l. Ben Leuwer, Leonie Kuhlmann, Gregor Bensmann                                                                                                                           Foto: privat

Pech hatte Pia Münker: Nach der Dressur führte sie noch mit -34,7 Punkten. Durch zwei Abwürfe lag sie auf dem 3. Platz vor dem Gelände. Doch leider trennte sich die junge Sportsoldatin an Hindernis 23a vom Sattel ihres Pferdes Louis M. Es ist aber alles gut gegangen, beide sind wohlauf.

67 Paare starteten in das anspruchsvolle Gelände, wovon 48 die Prüfung beenden konnten.

Stimmen aus Waregem

Josefa Sommer (3. mit Hamilton)

„Hannes ging eine super Prüfung! Die Dressur mussten wir leider im einzigen Regenschauer vom ganzen Turnier reiten. Er war aber sehr konzentriert und außer den beiden Wechseln ging er auch sehr sehr ordentlicht. Im Springen wollte er- wie gewohnt- nichts falsch machen und ging eine klare Nullrunde. Im Gelände war es, wie immer mit ihm, ein Traum. Wir hatten eine doofe Situation an einem offenen Oxer, wo die Reiterin sich leider verguckt hat. Das Pferd dachte aber mit und hat uns da super wieder rausgeholt, ansonsten war es ein totaler Traumritt bei einem sehr anspruchsvollen Gelände mit schwierigen Bodenverhältnissen und viel rauf und runter. Er war aber top fit und hat sich seinen letzten Konditionsschub vor Boekelo geholt.“

Julia Krajewski (5. mit Samourai du Thot, Siegerin Nationenpreis)

„Sam lieferte ein ganz rundes Wochenende ab. In der Dressur war er sehr konzentriert und blieb losgelassen. Er ging eine seiner, für mich gefühlt, besten Prüfungen in diesem Jahr. Sam sprang dann auch noch eine ganz tolle Nullrunde. Das Gelände stellte sich im Nachhinein als sehr anspruchsvoll heraus, Sam war dabei aber sehr sicher und meisterte alles gut. Das Gelände war besonders interessant, weil es auch andere Anforderungen mit sich brachte, als man es sonst kennt. Vom Profil her war es sehr bergig, dadurch war es konditionell auch sehr anspruchsvoll. Es gab ein paar „old-fashioned“ Hindernisse, die Mut und Springvermögen verlangten, aber ich bin ganz stolz, dass Sam das alles locker anpackte. Durch den vielen Regen in den Vortagen wurde der Boden teils doch rutschig und nicht ideal zu bereiten. Daraus resultierten die Zeitfehler bei fast allen Teilnehmern. Trotzdem war es insgesamt eine tolle Prüfung mit interessanten Geländekursen, zu der ich gerne hinfahre. Dass wir den Nationenpreis dann so deutlich gewinnen konnten, hat mich sehr gefreut. Dazu der 5. Platz im Einzel war natürlich sowieso schon toll- ich bin rundum zufrieden.“

Gregor Bensmann (18. mit Nick Quick)

„Ohne große Erwartungen gingen wir die 3* Prüfung in Waregem an. Für uns war es erst der 2. Start in einer 3* Prüfung und ich war doch etwas beeindruckt von der Geländestrecke. Nach einer ordentlichen Dressur, aber leider unglücklichen Fehlern im Springen gelang uns eine tolle Runde im Gelände. Nick sprühte vor Energie und gab mir von Beginn an ein sicheres Gefühl. Im Voraus hatte ich überlegt an einer Stelle lieber die Alternative zu reiten und wollte es auch insgesamt vom Tempo nicht zu schnell angehen lassen. Doch Nick machte einfach mit und nach den ersten Sprüngen war mir klar, dass wir das packen. Er war stets sicher auf den Füßen und konditionell fit! Als wir im Ziel waren, war ich einfach glücklich und stolz auf ihn. Wie sagt man so schön: „Man sollte aufhören wenn’s am schönsten ist!“ Für uns beide war Waregem der bislang größte Erfolg und wir werden die Buschsaison nun beenden. Ich werde Nick etwas abtrainieren und ihn auf der Wiese relaxen lassen.“

Weitere Stimmen und Bilder folgen im Laufe des Tages.

Bullfinch

Josefa Sommer zeigt, wie mächtig das Bullfinsh im CICO3* war

Josefa

Stolz auf ihren „Hannes“: Josefa Sommer wird 3.

Wasser

mutiges Zuspringen ist am Wasserkomplex gefragt

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Gregor Bensmann auf dem Weg zum Sieg in der U25 Wertung Foto: privat

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Gregor Bensmann- Nick Quick, Foto: privat

 

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Hindernisse des CICO3*, Foto: privat

Wiebke Struck