Nationenpreis CICO3* Strzegom- Rückblick auf ein erfolgreiches Wochenende

Die erste Station der Nationenpreisserie 2017 ist nun bereits Geschichte. Der Bundestrainer Hans Melzer gab dieses Mal auch neuen Gesichtern das Vertrauen, für das Team Germany in Strzegom an den Start zu gehen.

Die Mannschaft um Routinier Andreas Dibowski machte das Allerbeste draus, und sicherte den Mannschaftssieg mit einem sagenhaften Vorsprung von -67,8 Punkten vor den Teams aus Großbritannien und Schweden.

Zudem konnte Einzelstarter Kai Rüder sich den Sieg im CICO3* mit seinem Colani Sunrise vor Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon und Falk Westerich mit FBW Gina K sichern. Beeke Jankowski und Tiberius wurden Fünfte, Jörg Kurbel und Entertain You (Etu) Sechste und Jörg Kurbel mit Brookfield de Bouncer (Tommy) Achter.

Falk Westerich- FBW Gina K

Falk Westerich- FBW Gina K
Bild: www.equipe-foto.de
Strzegom Horse Trials- Mai 2017

„Ich hatte Gina bereits in Marbach mit, und konnte sie da im Stadion noch einmal die Dressuraufgabe zur Übung reiten. Sie kam hier in Strzegom an und fühlte sich sofort wohl. Schon Donnerstag war sie total locker und gab mir ein super Gefühl. Ich bin hier eigentlich angereist mit der Erwartung, als Einzelstarter loszureiten. Als ich dann für die Mannschaft nominiert wurde, habe ich mich natürlich riesig gefreut. Schon in der Dressur konnten wir eine super Leistung abliefern, das war ein toller Einstand. Das war schon der erste Kick für das ganze Team- alle starteten mit top Dressurergebnissen in die Prüfung, alle unter 50 Punkten, das war wirklich spitze. Insgesamt war es ein absolut tolles Team, wir haben uns alle gegenseitig geholfen und uns motiviert. Als ich zum Gelände abgeritten bin, kam Jörg extra mit dem Moped zum Abreiteplatz gefahren, um mir zu sagen, dass alles gut geht und wir das gut schaffen werden. Strzegom hat immer ein schweres Gelände, das waren schon reelle Aufgaben. Aber wir als Team hatten einfach einen Lauf. Einer nach dem anderen kam super ins Ziel, und wir waren auch noch alle ziemlich schnell. Das motiviert einfach total, jeder hat sich für den anderen gefreut. Abends nach dem Gelände haben wir die Pferde noch vorgetrabt, alle waren topfit. Das ist schon ein beruhigendes Gefühl, wenn keiner bibbern muss, ob das Pferd am nächsten Morgen fit ist. Wir haben jeden Abend zusammen mit allen deutschen Reitern und Hans gegessen und hatten jede Menge Spaß. Nach der Verfassungsprüfung mussten wir dann recht lange bis zum Springen warten. Das war schon eine Herausforderung, da die Nerven zu bewahren und sich nicht in irgendeine Nervosität zu verfahren. Aber das hat gut geklappt. Der Springparcours wartete dann nochmal mit wirklich reellen Anforderungen auf. Umso toller war es für mich, abschließend dann das beste Ergebnis im Springen zur Mannschaft beisteuern zu können. Gina hat im Springen nochmal wirklich alles gegeben, sie war rittig und hat mitgedacht. Das war ein Wochenende, das ich so schnell nicht vergessen werde. Mit dem Erfolg im Gepäck ist die Rückfahrt gefühlt auch nicht mehr ganz so lang.“

Beeke Jankowski- Tiberius

Beeke Jankowski- Tiberius
Bild: www.equipe-foto.de
Strzegom Horse Trials- Mai 2017

„Mit dem Endergebnis bin ich natürlich mehr als zufrieden. Das Springen war so schade, da war ich schon etwas enttäuscht, weil wir das einfach besser können. Aber so rückblickend ging er eine super Prüfung. Die Dressur war toll, das Gelände war vom Gefühl her perfekt. Am Ende reichte es ja sogar noch für Platz 5, also wir waren so noch besser als ein Großteil der Starter. Insofern freue ich mich natürlich. Dass wir den Nationenpreis gewinnen konnten war natürlich super. Insgesamt war es ein tolles Erlebnis und hat riesig Spaß gemacht. Die Truppe war sehr nett, mit den Jungs hatten wir ein ganz tolles Wochenende. So fahre ich mit einem weinenden, aber vor allem mit vielen lächelnden Augen frohen Mutes nach Hause.“

Andreas Dibowski- FRH Butts Avedon

Andreas Dibowski- FRH Butts Avedon
Bild: www.equipe-foto.de
Strzegom Horse Trials- Mai 2017

„Dieses Wochenende war wirklich sehr angenehm und in jeglicher Hinsicht bereichernd. Dieses Mal waren wir insgesamt ein jüngeres Team, wir haben uns phantastisch ausgetauscht und gegenseitig geholfen, das hat wirklich Spaß gemacht. Die Prüfung in Strzegom war eine ideale Vorbereitung für die kommende EM, der Veranstalter hat eine tolle Prüfung präsentiert. Der Boden wurde so viel gewässert, wie es notwendig war. Der Aufbau des Geländes war sehr interessant. Im ersten Eindruck dachten wir, das sei ein Galoppierkurs. Doch das relativierte sich ganz schnell. Wir merkten dann doch beim weiteren Abgehen, dass es sehr schwer sein wird, die Zeit zu schaffen. Der Kurs an sich war schon anspruchsvoll, aber am Ende ist dann deutlich mehr passiert, als wir das im Vorhinein erwartet hatten. Avedon ging in der Dressur sehr konzentriert, vor allem konnte er in der Schritt- und Trabtour schon gut punkten. Für mich etwas überraschend war er dann im Galopp etwas angespannt, das war schade, wo das ja eigentlich seine Paradedisziplin ist. Im Gelände hatte ich mir vorgenommen, in die Zeit zu reiten. Avedon ist ein erfahrenes Pferd, wir sind ein eingespieltes Team. Doch als ich den ersten Starter, Alexander Bragg sah, wusste ich, dass das ein ehrgeiziges Ziel ist. Er ritt eine Runde, wie es nicht besser ging und schaffte die Zeit auf die Sekunde genau. Avedon war zunächst etwas doll, in der ersten Minute waren wir bereits ein paar Sekunden hinter der Zeit. Erfahrungsgemäß ist es in den Kurzprüfungen dann schwierig, die Zeit noch reinzuholen, wenn man am Anfang hinter der Zeit ist. Avedon war an allen Hindernissen schnell und sicher, aber es reichte dann nicht für eine Runde in der Zeit. Nach erstem Frust darüber war ich schnell versöhnt, als ich gesehen habe, dass es immerhin die zweitschnellste Zeit war. Das Springen war zum Schluss sehr anspruchsvoll, aber nicht überzogen schwer. Avedon tut sich schonmal etwas schwer, wenn Hindernisse nah an Tribünen stehen- hier stand jetzt für mich unglücklicherweise die Dreifache direkt an der Tribüne. Da kam ich dann etwas doll rein, dadurch wurde es zu dicht am b Element. Am Schlussoxer bekamen wir dann noch einen ärgerlichen Fehler, den habe ich nicht mal gehört. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, manchmal ist leider die Papierform etwas anders, als das Gefühl beim Reiten. Kai war an diesem Wochenende der verdiente Sieger, er hat einfach seine Hausaufgaben für alle drei Disziplinen gemacht und wurde dafür belohnt. Es ist natürlich ganz besonders toll, wenn derjenige, der nicht für die Mannschaft nominiert wurde, dann durch seine Leistung überzeugen kann. Insgesamt konnten wir so als deutsches Team einfach eine geschlossene Leistung abliefern, die auch die tolle Stimmung widerspiegelt.

Andreas Dibowski ist nun seit zwei Jahren Nationaltrainer der Polen. Wie bekommt er das alles unter einen Hut? „Ich hatte jetzt in Strzegom extra nur ein Pferd mit, um die Zeit für meine polnischen Schüler zu haben. Die Doppelbelastung ist da gar kein Problem. Zwischen den Prüfungen ist ja doch recht viel freie Zeit. Manche lachen ein bißchen, im Trainermodus trage ich meine polnische Jacke, im Reitermodus meine deutsche Reitausrüstung von Pikeur. Aber prinzipiell ist der Trainerjob ein Berufszweig für mich, für die Ausübung des Jobs ist es schlussendlich ja egal, welche Nationalität die Schüler haben. Wenn ich mehrere Pferde zu so einer Prüfung mitnehme, reise ich immer 2-3 Tage früher an, um mich die Tage vorher intensiv mit der Vorbereitung der polnischen Paare zu befassen. Das klappt bisher gut, und ist auch mit Polen so abgesprochen. Selbstverständlich wäre das auch bei einem Championat so möglich. Auch als Leistungssportler bin ich ein Berufsreiter, der finanzielle Verpflichtungen hat, wie die meisten anderen Menschen auch. Ich bin zufrieden, wie das momentan klappt.“

Jörg Kurbel- Entertain You

Jörg Kurbel- Entertain you
Bild: www.equipe-foto.de
Strzegom Horse Trials- Mai 2017

„Etu ging schon eine schöne Dressur, er ist langsam soweit gereift, dass er nun auch die Punkte bekommt. Der Geländeritt war wie Mofa fahren. Das war einfach nur spitzenklasse und hat richtig viel Spaß gemacht. Der Springparcours war ein reeller M** Kurs, das war zum Abschluss nochmal wirklich anspruchsvoll. Leider bekam Etu einen für ihn ganz untypischen, blöden Fehler an der Planke. Da hat er sich so erschrocken, dass wir am nächsten Oxer direkt noch einen Folgefehler kassierten. Das war echt schade, eigentlich gibt er immer alles. Auch Tommy sprang sehr gut, an 1 war ich vielleicht ein bißchen zu lässig. Nachdem er den Hinterhandfehler bekam, waren wir beiden mehr als wach und er sprang ohne einen weiteren Kontakt zur Stange eine tolle Runde. Die Mannschaft war eine mehr als gelungene Zusammenwürfelung, das ganze Wochenende hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben abends immer zusammen gegessen und sind alle gemeinsam das Gelände abgegangen. Hans Melzer legt immer sehr viel Wert darauf, ein Team zu bilden und nicht mit Einzelkämpfern an den Start zu gehen. Er ist mit uns einzeln nochmals das Gelände abgegangen und hat sich viel Mühe gegeben. Ich glaube, wir haben es ihm auch sehr leicht gemacht, das Team zu formen, wir haben alle füreinander gekämpft. Das gesamte Turnier war eine runde Sache.“

Die gesamte Springprüfung des CICO3*:

Die gesamte Geländeprüfung:

Das Siegerinterview mit Kai Rüder:

Das Springen von Andreas Dibowski und FRH Butts Avedon:

Interview mit Hans Melzer, Siegerehrung und Ehrenrunde: