Michael Jung auf dem Weg nach Kentucky

In 7 Wochen ist es schon so weit: Die CCI4* Prüfung in Lexington/Kentucky beginnt.

Mit dabei ist (neben Andreas Dibowski) aus deutscher Sicht unser Olympiasieger und Multichampion Michael Jung mit seinen Championatspferden La Biosthetique Sam FBW und fischerrocana FST.

Wir werden Michael Jung auf dem Weg dorthin etwas begleiten und über seine Vorbereitungen berichten.

Durch den Schnee in Baden-Württemberg konnte er bisher noch nicht richtig in das Galopptraining einsteigen. Er ließ die Eisen seine Pferde aber mit Snow Grip ausstatten, sodass er ohne Probleme ausreiten und auf dem Außenplatz Springtrainingseinheiten absolvieren konnte. So integrierte er ganz flexibel längere Galoppintervalle in das Springtraining, sodass er derzeit gut im Trainingsplan ist.

Nun hat sich der Schnee etwas verzogen und er kann mit den Galoppeinheiten am Berg beginnen. Dafür steht ihm ein nahegelegener Berg mit präpariertem Boden zur Verfügung. Dieses Training meistern seine beiden Spitzenpferde alle 5-7 Tage.

Als vorbereitende Prüfungen nutzt er das CICO3* in Fontainebleau und die CIC2* in Kreuth. Kreuth möchte er vor allem wegen des bergigen Geländekurses als Konditionsschub für die Pferde mitnehmen.

Besondere Vorbereitungen für den Flug trifft Michael Jung nicht. Er sorgt im Rahmen der Flugbestimmungen für „möglichst leicht verdauliches Futter, bei der langen Reise“. Die Pferde werden erst nach Liège (Belgien) transportiert, von wo aus sie in den Flieger umsteigen werden. Sie werden nach New York fliegen und von dort aus nach Kentucky gefahren.

Warum er den weiten Anreiseweg auf sich nimmt? Einerseits ist Kentucky der Ort, an dem ein großer Traum wahr wurde: Mit Sam konnte er dort 2010 Weltmeister werden. Was ihn jedoch mehr reizt, sind die guten Bedingungen für den Sport. Dressur und Springen werden im Allwetterstadion geritten – Bedingungen, die einen fairen und vor allem pferdefreundlichen Sport auch bei Regen möglich machen. Da der Boden dort jederzeit gut zu bereiten ist, sieht Michael Jung hier den Vorteil, als womöglich 50. Starter noch dieselben guten Bedingungen vorzufinden, wie der 1. Reiter.

Und nach dem langen, anstrengenden Geländekurs müssen die Pferde nicht noch auf einem -womöglich von Regen durchgeweichten- Rasenplatz springen. Die guten Bedingungen in Kentucky tragen sicher auch zur Motivation der Pferde bei.

Damit der Kentucky-Ausflug möglichst wieder erfolgreich verläuft, wird Michael Jung neben seiner Pferdepflegerin Julia Harsch, die beide Pferde betreuen wird, auch seine Eltern mit an Bord des Flugzeuges nehmen.

Wiebke Struck