Luhmühlen im Jahr der WM und auf dem Weg zur EM

Die Vorbereitungen auf die kommende Vielseitigkeitssaison laufen auf Hochtouren. Ein guter Zeitpunkt, um mit Hans Melzer und Mike Etherington-Smith über Pläne und Ziele zu sprechen.

Bundestrainer Hans Melzer ist sich sicher: Die deutschen Kaderreiter und ihre Spitzenpferde sind optimal auf die kommende Saison vorbereitet. „Alle Pferde haben sehr von dem milden Winter profitiert. Auf dem ersten Lehrgang in Warendorf, hat es sich deutlich bemerkbar gemacht, dass fast den ganzen Winter über auch im Freien trainiert werden konnte. Da hauen uns ein paar Tage Frost auch nicht um.“

In diesem Jahr liegt der sportliche Fokus des Olympiakaders auf den Weltreiterspielen im US-amerikanischen Tryon. Je nach individuellem Qualifikationsstand führt der Weg über unterschiedliche Sichtungs- und Qualifikationsprüfungen, doch die meisten Mitglieder des Olympiakaders planen mit einem Start in der CIC*** Meßmer Trophy. „Nahezu der gesamte Olympiakader wird in Luhmühlen an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Michael Jung ist der einzige Reiter dieses Kaders, bei dem es noch nicht sicher feststeht, ob er in Luhmühlen reiten wird. La Biosthetique Sam FBW soll in diesem Jahr in Badminton an den Start gehen, fischerRocana in Kentucky. Wir haben vielen Reitern des Perspektivkaders nahegelegt, sich über die Vier-Sterne-Prüfung in Luhmühlen das Qualifikationsergebnis für die Weltreiterspiele zu sichern und sich durch eine gute Leistung zu empfehlen. Vermutlich werden Felix Etzel, Marina Köhncke, Jörg Kurbel, Anna Siemer und Falk-Filip-Finn Westerich im CCI**** an den Start gehen. Denn die Decke ist dünn in diesem Jahr. Andreas Dibowski verfügt als einziges Mitglied des Olympiakaders über mehrere Pferde – meines Erachtens kommen FRH Butts Avedon, FRH Corrida und It’s Me xx für die WM in Frage. Sandra Auffarth, Bettina Hoy, Michael Jung, Ingrid Klimke, Andreas Ostholt, Kai Rüder und Josefa Sommer können jeweils lediglich auf ein Pferd setzen. Da ist es durchaus möglich, dass ein Pferd-Reiter-Gespann des Perspektivkaders zum Einsatz kommt. Unabhängig vom Saisonziel, ist es ein großer Anreiz für alle Reiter, in Luhmühlen zu reiten – sicherlich in diesem Jahr besonders, weil Mike Etherington-Smith im kommenden Jahr auch die Europameisterschaft in Luhmühlen gestalten wird“, erklärt Melzer.

Auf die etwas bange Frage, ob Michael Jung bei seinen offensichtlichen Erfolgen langfristig ins Springlager „abwandern“ werde, hat der Bundestrainer eine beruhigende Antwort:

„Auf gar keinen Fall! fischerTakinou und Lennox sind wieder fit und Michi hat ganz tolle neue Vielseitigkeitspferde im Stall. Er wird im nächsten Jahr voraussichtlich sechs geeignete Pferde für die Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d’Angers haben. Das Geländereiten macht ihm viel zu viel Spaß, als dass er sich ausschließlich auf den Springsport konzentrieren würde.“

Luhmühlens Course Designer Mike Etherington-Smith hat sich nach seinem Heide-Debut 2017 für dieses Jahr vorgenommen, den Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen: „Sowohl technisch als auch im Hinblick auf die Abmessungen habe ich mir vorgenommen, die Kurse etwas anspruchsvoller zu gestalten. Im letzten Jahr ging es vor allem darum, ein Gefühl für den Boden, das Areal und die Abläufe des Events zu bekommen. Nun bin ich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut und so eröffnen sich neue Möglichkeiten. Die Kurse werden beide intensiver und durch Richtungswechsel möchte ich ein neues Reitgefühl erreichen. Ich bin ein großer Befürworter des komplett neuen Ansatzes. Deshalb schaue ich mir jedes Jahr das Layout und die Streckenführung mit wachem Blick an, um zu erörtern, was noch besser gestaltet werden kann und wie ich das optimale Ergebnis aus den örtlichen Gegebenheiten herausholen kann.“

Etherington-Smith ist davon überzeugt, dass es seine Aufgabe ist, auch weniger erfahrenen Pferd-Reiter-Kombinationen ein gutes Geländeerlebnis zu ermöglichen: „Natürlich hoffe ich, dass am Ende die Besten vorne sind. Dennoch darf ich nicht außer Acht lassen, dass einige Pferde oder Reiter ihre erste Vier-Sterne-Prüfung meistern möchten. Es ist meine feste Überzeugung, dass es eine der Hauptverantwortungen von Course-Designern ist, Pferde und Reiter weiterzuentwickeln. Die Erfahrungen müssen positiv sein, die Pferde sollen an den Aufgaben wachsen können.“

Die größten Änderungen sind an den Wasserkomplexen vorgenommen worden: „Wir haben insgesamt eine Reihe neuer Sprünge gebaut, besonders aufwändig war jedoch die Umgestaltung der Wasserhindernisse. Im DHL-Wasserkomplex hat mir die Insel nicht so gut gefallen, da die Möglichkeiten eingeschränkt waren. Nun ist der Weg frei für eine Vielzahl neuer Aufgaben.“

Bei aller Transparenz lässt Etherington-Smith sich nicht zu sehr in die Karten schauen: „Sicher hatte ich bei den Umgestaltungen die kommende Europameisterschaft im Hinterkopf. Doch mehr als ‚alle Wege führen zur EM‘ gebe ich nicht preis. Ich habe die Pläne schon im Kopf und arbeite darauf hin – allerdings hoffentlich ohne das Ergebnis zu verraten“.

Kartenvorverkauf: www.ticketmaster.de
Weitere Informationen auf: www.luhmuehlen.de

Quelle: Veranstalter Dr. Friederike Stüvel-Huck / Foto: Thomas Ix