Luhmühlen CCI4*- spannendes Finale

Ein spannendes Finale beim CCI4* in Luhmühlen- das Abschlussspringen war sehr knapp bemessen von der Zeit her, die Reiter mussten ihr Tempo von Anfang an positiv nach vorne anlegen.

Als erster deutscher Reiter zeigte Youngster Claas Romeike im Sattel seines Holsteiners, dass eine Nullrunde machbar ist- doch 7 Punkte für die Zeitüberschreitung musste er sich anrechnen lassen. Eine super 4* Premiere für den Sohn des Olympiasiegers Hinrich Romeike. – 63.00 am Ende, ein sehr achtbares Ergebnis für die 4* Premiere.

Dirk Schrade konnte sich vor seinem Ritt ein paar Ritte ansehen und sich eine Taktik überlegen. Er wählte ein flottes Grundtempo, doch hatte er sein Pferd durchweg geschlossen und so gut bei sich, dass er ohne Fehler durchs Ziel reiten konnte. Den letzten, tiefen Oxer ritt er noch etwas schräg an, wodurch er sich auch in der Zeit „nach Hause“ brachte. Die Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle bejubelten zusammen mit dem Ausschussvorsitzenden Holger Heigel die erste „vollständige“ Nullrunde des deutschen Teams, seine Freundin Johanna von Fircks fiel ihm am Ausritt glücklich in die Arme. – 44.40 sein Ergebnis

Als nächster deutscher Reiter kam ein weiterer Youngster in den Parcours geritten- Niklas Bschorer. Der 20 jährige, der momentan wieder in England lebt und viel mit Christopher Bartle zusammenarbeitet, hatte seinen 12 jährigen Holsteinerwallach Tom Tom Go gesattelt. Eine sehr schöne, flüssige und sicher angelegte Runde- doch am letzten Oxer nahm „Tom“ leider mit der Hinterhand doch noch die vordere Stange mit. Mit -44.70 Punkten beendet er die 4* Prüfung in der Heide.

Die weiteren Starter zeigten, dass sie wissen, wie man so eine Prüfung angeht. Einige Nullfehler-Ritte in der Zeit reihten sich aneinander. Zum Schluss wurde es nochmal richtig spannend: Die ersten 3 lagen nicht mal einen Springfehler auseinander.

Als erster der Top 3 ritt Michael Jung ein. Im Sattel seines Championatspferdes La Biosthetique Sam FBW zeigte er einmal mehr, dass er in allen drei Sätteln zu Topleistungen fähig ist und ließ nichts anbrennen: Nullrunde in der Zeit.

Michael Jung war erfreut über seinen Erfolg, „ich hatte aber gehofft, vielleicht noch ein Plätzchen weiter nach vorne zu kommen. Aber bei den Runden, wir haben eine verdiente Siegerin und eine verdiente 2. Sam sprang gut, er ist in einer super Form. Nach dem ersten Sprung war kein Sprung mehr wackelig, alles passte. Der Parcours war hoch aufgebaut und hatte seine Schwierigkeiten, wie die dreifache Kombination noch zum Schluss hin.“

Die zweite nach dem Geländetag: Die Neuseeländerin Jonelle Price- Ehefrau des Vorjahressiegers Tim Price- im Sattel der 10 jährigen Schimmelstute Faerie Dianimo. Auch sie zeigen einen feinen Ritt und bringen die Nullrunde sicher ins Ziel.

Auf einmal wurde es still im Stadion: Die Overnight-Leader Ingrid Klimke und FRH Escada JS ritten ein. Ingrid ritt sehr bedacht los, doch der extra angereiste Kurt Gravemeier machte sie mit einem „weiter“ darauf aufmerksam, dass ihr Tempo so voraussichtlich nicht ausreichen würde. Als Ingrid nach 3 noch nicht genug vorwärts ritt, rief er ihr beherzt zu „Vorwärts, das Tempo reicht so nicht.“ Und… Ingrid spielte ihre ganze Klasse aus, legte eine Schippe drauf: Sie ritt souverän die Runde nach Hause und holte sich ihren ersten Sieg in der Heide im 4* Event. Gut, dass Kurt Gravemeier da war, und gut, dass Ingrid und Escada so ein eingespieltes Team sind, die diese Veränderung sofort unbeirrt umsetzen konnten.

Ingrid war überwältigt von dem großen Erfolg vor heimischer Kulisse- 56 Jahre nachdem auch ihr Vater hier schon siegte. Escada konnte sie in Balve extra noch für die Dressur vorbereiten. „Vielen Dank hier noch einmal an die Veranstalter, die ermöglichten, dass ich in Balve zwischen dem Grand Prix Special und der Siegerehrung sogar angesagt wurde, und mit Escada vor dieser Kulisse noch einmal Dressur reiten konnte. Sie dachte das sei ihr Moment und war hinterher wohl ganz traurig, dass sie in der Siegerehrung nicht dabei sein konnte“, erzählt sie lachend. Auf die Frage, mit wem sie in Balve starten wird konnte sie in der Pressekonferenz noch keine Antwort geben „Die Bundestrainer wollten uns in 5 Minuten sprechen- dann weiß ich vielleicht mehr..“

Übrigens- auch der zweite Sieg eines in Luhmühlen gezogenen Pferdes. Nach Butts Leon siegte nun auch die 11 jährige Embassy Tochter, gezogen von Jürgen Stuhtmann hier in Luhmühlen.

Die Platzierungen des deutschen Teams:

  1. Ingrid Klimke- FRH Escada JS – 32.70
  2. Jonelle Price- Faerie Dianimo – 32.80
  3. Michael Jung- La Biosthetique- Sam FBW – 34.20
  4. Christopher Burton- Graf Liberty – 36.40
  5. Mark Todd- NZB Campino – 36.50
  6. Clark Montgomery- Loughan Glen – 37.50
  7. Tim Lips- Bayro – 43.20
  8. Dirk Schrade- Hop and skip – 43.20
  9. Niklas Bschorer- Tom Tom Go 3 – 44.70
  10. Rebecca Howard- Riddle Master – 47.50
  11. Andreas Dibowski- FRH Butts Avedon – 48.50
  12. Nicky Roncoroni- Stonedge – 49.60

Julia Otto konnte von circa 27.000 Besuchern berichten. „Ein tolles Wochenende voller Emotionen. Es war toll zeigen zu können, was Luhmühlen kann. Wir als Team hatten den nötigen Respekt vor diesem Tag und sind froh, dass wir alle am Ende strahlen können. Das war toller Sport bis zum Abschluss dieser 4* Prüfung und wir hoffen auf ein spannendes Springen bei der 3* mit einem vielleicht neuen deutschen Meister.“

Spitze, dem können wir nicht widersprechen! So darf es in der 3* Prüfung doch gerne weitergehen!

Bilder vom Springen und der Siegerehrung folgen.

Wiebke Struck