Luhmühlen CCI4*: Julia Krajewski krönt das Wochenende mit dem größten Erfolg ihrer Karriere

Spannender konnte es zum Abschluss der 4* Prüfung in Luhmühlen kaum werden. Einige befürchteten gestern noch ein „Dressurturnier“- nach den ersten Reitern war bereits klar, dass der Springparcours selektiv genug sein würde, um das Klassement noch einmal durcheinander zu würfeln.

Ergebnisse CCI4*

Und genau das passierte auch. Den Anfang machte Claas Romeike mit Cato. Eine flüssige Runde, eine Stange fiel und 5 Minuspunkte musste er sich für die Zeit anrechnen lassen, er beendet die 4* Prüfung an 26. Stelle.

Leider konnten Beeke Jankowski (Tiberius) und Nicolai Aldinger (Tactic) ihre Pferde heute nicht mehr zur Verfassungsprüfung vorstellen.

In der Spitzengruppe der Top ten konnten wir dann noch für drei deutsche Paare die Daumen drücken. Pech hatte allerdings Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon. Nach einem guten Anfang verstolperte sich FRH Butts Avedon in der dreifache Kombination, Avedon lahmte. Dibo hob die Hand und setzte den Parcours nicht mehr fort.

Nicola Wilson ritt zwar null ins Ziel, jedoch knapp 3 Sekunden zu langsam, die 3 Minuspunkte kosteten sie am Ende den Sieg bei Bulanas 4* Debüt.

Julia Krajewski zeigte einmal mehr, dass sie gute Nerven hat und Samourai du Thot unglaublich springen kann. Ein ärgerlicher Abwurf, aber ansonsten eine Bilderbuchrunde machten Platz zwei ganz sicher.

Bettina Hoy hatte es nun mit Designer in der Hand, den 4* Sieg auch noch nach Hause zu bringen, einen Abwurf hatte sie gut. Den schöpfte sie auch aus, doch leider benötigte auch sie knapp 3 Sekunden zu lange, was sie den Sieg kostete. Doch auch Platz 3 machten keinen Abbruch dieses herrausragenden Wochenendes.

Damit stand fest: Die 28 jährige Julia Krajewski kann heute den bisher größten Erfolg ihrer Karriere feiern, im Sattel ihres Erfolgspferdes Samourai du Thot. Überglücklich umarmte sie ihr Pferd und wusste ihm nicht genug zu danken.

Julia Krajewski und Samourai du Thot
Sieger der CCI4* Luhmühlen 2017
Bild: Ingo Wächter


Julia Krajewski:

„Ich bin überglücklich, aber ich wäre natürlich auch mehr als zufrieden mit Platz 2 gewesen. Sam fing hier schon mit seiner wohl seiner bisher besten Dressur an. Nach dem richtig tollen Gelände war ich heute morgen schon sehr stolz, als ich Sam aus der Box holte und er nach dem langen Geländekurs einfach frisch lostrabte. Sam ist so ungefähr 1,60 Meter groß. Er kann sich selbst überspringen, aber dazu braucht er ein bißchen Schwung. Ich hatte einfach gehofft, einen guten Rhythmus zu finden und nichts Blödes zu machen, oder mal falsch zu ziehen. Der Fehler ist dann passiert, weil ich doch einmal zu lange gewartet habe. Das Springen war wirklich richtig schwer und hoch, das war ganz reell, Sam sprang einfach abnormal.“

Bettina Hoy:

„Designer sprang phantastisch, ich bin leider einfach nicht so gut geritten. Ich glaube ich habe es mir heute etwas zu schwer gemacht. Meinen herzlichsten Glückwunsch an Julia und auch an Nicola. Ich bin auch wirklich sehr zufrieden mit Platz 3, das war insgesamt ein super Wochenende für mich. Designer ist fast schon mehr ein Partner als ein Pferd für mich. Es macht mich so glücklich ihn zu reiten, das kann man mit Geld kaum aufwiegen. Er hat eine sehr große Galoppade, das sieht oft langsamer aus, als es ist. Das was Julia heute meisterhaft hinbekommen hat, alles rhythmisch zu treffen, ist mir heute nicht so gut gelungen. Das habe ich mir leider selber etwas kaputtgemacht. Aber so ist das nunmal, ich bin überglücklich mit Designer.“

Hans Melzer:

„Danke an die TGL für dieses tolle Turnier, die Bedingungen wären überaus gut, und auch das Starterfeld war unheimlich stark. So viele Reiter auf einmal hat Luhmühlen lange nicht- oder noch nie?- gesehen. Als ich das Springen abgegangen bin, habe ich sofort gedacht, das ist so schwer wie das Gelände in Badminton. Das war Sport auf allerhöchstem Niveau, und so soll es auch sein.“