Julia Mestern ist seit 2014 auf dem Hof Rohlsdorfer Beek in der Nähe von Scharbeutz/Lübeck beheimatet. Gebürtig kommt sie aus Hamburg, am 11.09.1976 kam sie auf die Welt.

Julia ist Pferdewirtschaftsmeisterin und hat den Hof mit 36 Boxen gepachtet, der ihren Dressur- und Vielseitigkeitspferden alles bietet, was für das Training und Wohlbefinden benötigt wird. Zunächst startete Julia ihre Karriere als Voltigiererin, doch Dressurreiter Frank Agnè entdeckte ihr Talent für die Reiterei. So begann sie nach einiger Zeit ihre Ausbildung zur Pferdewirtin im Dressursattel. Hier trafen sich auch die Wege zu ihrem ersten Erfolgspferd- FRH Schorsch. Da sie für ihre Abschlussprüfung auch Springen „musste“, durfte sie einige Pferde ihres Ausbilders, die sich dazu eigneten, auch mal zum Spaß springen. Als das gut klappte, kamen einige Starts in A- und L-Springen hinzu. Doch so ganz glücklich war Julia damit nicht, so kam sie zur Vielseitigkeit und startete mit Schorsch in Fischbeck bei Catrin Kirchner-Salzmann das erste Mal in einer Vielseitigkeitsprüfung, den Kreismeisterschaften.

Auch wenn Schorsch für die Dressurreiter nicht als das begnadetste Pferd angesehen wurde, er ging so gut Dressur, dass die beiden die Prüfung gleich gewinnen konnten. Bis dahin hatte sie in der Dressur schon S Platzierungen erreicht. Aber auch in der Vielseitigkeit klappte es gut, Siege bis hin zu CIC1* stellten sich schnell ein. Doch der Sprung in die nächste Klasse wollte nicht recht gelingen, Julia war kurz davor, die Vielseitigkeit an den Nagel zu hängen, konnte sie doch in der Dressur auf gefühlt deutlich höherem Niveau gut mitreiten. Doch zum richtigen Zeitpunkt wurde sie vom richtigen Trainer gesehen und an die Hand genommen- Bundestrainer Hans Melzer lud Julia zum Training ein und erkannte schnell was das Problem ist: Ihr fehlte einfach der Background, das Wissen, wie sie eigentlich die einzelnen Hindernisse und technischen Kombinationen zu reiten hat.

In Sahrendorf ging er dann auch so das Gelände mit ihr ab, wie sie es reiten sollte- das klappte dann auch sofort gut und sie konnte mit Schorsch die Prüfung direkt gewinnen. Zusätzlich zu Schorsch hatte Julia zu der Zeit noch Hamlett, mit dem sie im Folgenden ebenfalls bis zu 3* Prüfungen startete. Ihre Prüfung zur Pferdewirtin und auch Pferdewirtschaftsmeisterin absolvierte Julia mit der Stensbeck-Auszeichnung.

Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie zunächst unter Dr. Susanne Wulfsberg auf Gut Floggensee, später machte sie sich dort selbstständig. Nach zwei weiteren Jahren, zwei Siegen beim CCIO3* in Boekelo und dem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Schenefeld 2010 zog es sie zu ihrer nächsten Station, dem Haupt- und Landgestüt Schwaiganger in Bayern.

Seit Jahren ist sie dankbar für die Unterstützung ihrer Sponsoren, die sie in all der Zeit begleitet haben: IWEST gehört neben einigen Nachwuchspferden auch ihr derzeitiges Spitzenpferd Grand Prix IWEST. Auch Pferdesport Krämer steht bereits seit vielen Jahren treu an ihrer Seite.

Der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften bedeutet Julia nach wie vor besonders viel, nach einer schwerwiegenden Verletzung durch einen Tritt gegen ihren Fuß verlief die Saison bis dahin alles andere, als nach Plan. Doch in Schenefeld gab Schorsch einmal mehr alles und das Paar kehrte als Sieger heim. Auch der Doppelsieg in Boekelo 2008 und 2009 ist für sie unvergessen. All diese Erfolge erreichte sie mit FRH Schorsch, der zur Vielseitigkeit kam, weil er für die Dressur nicht gut genug war.

„Keiner hat so wirklich geglaubt, was da gerade passiert- ich selber irgendwie oft auch nicht.“ 2011 wurde das Paar dann auch für die Europameisterschaften in Luhmühlen nominiert. Beim Geländeritt hat sich Julia dann von ihrem ursprünglichen Plan abbringen lassen und genau an diesem Sprung passierte es dann: eine Verweigerung. Doch Julia ist ein positiv denkender Mensch- aus jeder Niederlage hat sie für sich etwas Positives mitgenommen. Seit einigen Jahren hat sie nun Grand Prix IWEST im Stall, der nun bereits beginnt, in die großen Fußstapfen von Schorsch zu treten. Um ihren Sport so weiter auszuüben, ist es für Julia ein langfristiges Ziel, für ihren Stall ein gutes Team zusammenzustellen, das ihr den Rücken frei hält und ihre Passion für die Pferde teilt.

2018 möchte sie mit GrandPrix IWEST die CCI3* Qualifikation erreichen. Dabei ist es ihr ganz wichtig, weiter so in ihr Pferd hineinzuhorchen und ihm immer ein gutes Gefühl zu vermitteln. Pferdefreie Tage sind bei Julia natürlich recht rar gesät. Sie nutzt diese vorwiegend um die Seele baumeln zu lassen und auszuspannen- doch ist ihr dabei wichtig, dass alle Pferde an solchen Tagen auch gut versorgt sind. Einen Tag tauschen würde sie jedoch nicht mit einem „pferdefreien Menschen“: „Ich würde gerne mal mit einem super Profireiter, der richtig erfolgreich ist. Da würde ich gerne einfach mal reingucken und sehen, was die so anders machen, wie die so trainieren und so weiter, um mir da möglichst viel abzugucken.“

Julia Mestern GER Grand Prix IWEST
Photo FEI/ EventingPhoto