Haras du Pin (FRA): Platz 3 für die deutsche Equipe im Nationenpreis, Andreas Ostholt bester Deutscher

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Haras du Pin (FRA): Platz 3 für die deutsche Equipe im Nationenpreis, Andreas Ostholt bester Deutscher

Im französischen Haras du Pin fand am Wochenende eine weitere Station der FEI Nations Cup Serie statt. Auf der Geländestrecke wurden vor 4 Jahren (im strömenden Regen) die Weltreiterspiele ausgetragen, als Sandra Auffarth mit Opgun Louvo Weltmeisterin wurde.

Während die meisten Longlist Kandidaten im polnischen Strzegom um ihre Teilnahme an den diesjährigen Weltreiterspielen ritten, entschied sich Andreas Ostholt bewusst dazu, nach Frankreich zu reisen. Die Ergebnisse gaben ihm recht: Bei einem starken Starterfeld mit 106 Paaren konnte er seine drei Pferde, Pennsylvania, Corvette und So is et in den top ten platzieren. Rein rechnerisch hätte er mit seinen drei Pferden als deutsche Mannschaft den Nationenpreis vor Frankreich und den Niederlanden alleine gewonnen- natürlich ist das nicht möglich und soll nur verdeutlichen, wie stark er an diesem Wochenende unterwegs war. Umso verwunderlicher, dass er mit seiner Corvette nach dem Platz auf der Longlist für die WM nun auf der Shortlist nicht mehr auftaucht.

Als reitender Chef d’Equipe hatte Andreas nicht nur seine drei Pferde zu managen, sondern auch seine drei unerfahreneren Mannschaftskollegen. Pauline Knorr und Wilbert BO, Jörn Warner und Vicco Pop und Nicolai Aldinger mit Newell waren nach Frankreich gereist. Zwischenzeitlich lag die junge Mannschaft sogar an zweiter Stelle, doch die starken Holländer brachten alle drei zu zählenden Reiter fehlerfrei durch den Springparcours. Im Endergebnis also Platz 3 für die deutsche Equipe. Wichtige Punkte die das Team für den Gesamtstand sicherte, Deutschland ist derzeit auf Platz 4.

Beim Sieg des Franzosen Maxime Livio sichert sich Andreas Ostholt auf seiner Pennsylvania den vierten Platz hinter Louise Svensson Jähde mit Waikiki (SWE) und Laura Collett mit Mr. Bass. Die mittlerweile 18 jährige Pennsylvania war bestens aufgelegt und fügte dem Dressurergebnis von -28,4 nur 2 Minuspunkte für 5 Sekunden Zeitüberschreitung aus dem Gelände hinzu. Auch mit der 10 jährigen Corvette konnte Andreas sich weit vorne platzieren: Die wohl beste Dressur des Paares brachte sie schon auf Platz 8 (-29,0). 6 Sekunden über der Optimum Time und ein fehlerfreier Spingparcours bedeuteten am Ende Platz 7. Auf Platz 10 dann „Soey“: So is et lag vor dem Springen an dritter Stelle, ein leichter Abwurf warf das Paar ganze 8 Plätze zurück auf Rang 10. Mit -26,9 in der Dressur und einer schnellen Runde im Gelände (-1,6) konnte sich der Westfale erneut unter Beweis stellen. Hier wurde er vor 4 Jahren bei den Weltreiterspielen neunter und brachte Andreas Ostholt damit sein bestes Championatsergebnis ein.

Von Platz 6 aus war Nationenpreis-Neuling Jörn Warner mit seinem 10 jährigen Hannoveraner-Wallach Vicco Pop nach der Dressur in die Prüfung gestartet. Mit -28,5 gingen sie auf die Strecke, nur 4 Minuspunkte mussen sie sich im Ziel addieren lassen, was Platz 22 nach dem Gelände bedeutete. Ärgerliche zwei Abwürfe im Springen warfen das Paar nochmals ganze 20 Plätze zurück, auf Platz 42.

Einzelreiter Nils Trebbe gelang mit Montina hingegen eine fehlerfreie Runde im Springparcours. Er startete mit -38,1 von Platz 92 und verbesserte sich durch das Gelände und den fehlerfreien Parcours auf Platz 61.

Nicolai Aldinger begann mit -33,5 in der Dressur, nahm -6,4 aus der Zeit aus dem Gelände mit, aber büßte durch das Springen einige Plätze ein: mit vier Abwürfen und einem Minuspunkt aus der Zeit fiel er auf Platz 75 zurück.

Ähnlich erging es Pauline Knorr, die im Gelände aus dem Sattel ihres Mannschaftspferdes Wilbert BO kam. Mit Starlight lief es im Gelände deutlich besser, aber ihm passte (ähnlich wie Stallkollegin FRH Corrida in Aachen) die blaue Matte unter dem Steilsprung im Parcours nicht, und hielt an. 31 Minuspunkte addierten sich zum bisherigen Ergebnis von -37,6 hinzu, Platz 83 in der Endabrechnung.

Ergebnisse Einzel

Ergebnisse Mannschaft

Pauline Knorr: „Insgesamt war es ein ganz tolles Turnier mit den besten Bedingungen. Der Veranstalter hat einen großen Aufwand betrieben, um den Boden im Gelände bestmöglich zu präparieren. Der Aufbau war sehr fair und die Strecke schön aufgebaut. Der Geländekurs war anspruchsvoll und auch lang, aber alle Aufgaben waren für die Pferde klar zu erkennen und die Hindernisse immer mit Fuß und allem ausgestattet. Mit der Dressur von meinem Mannschaftspferd war ich zufrieden, im Vergleich zur Dressur in Jardy haben wir uns schon verbessert, obwohl wir noch einen Galoppwechsel ungewollt zu viel geritten haben. Im Gelände wollte ich für das Team ein gutes Ergebnis bringen, aber wahrscheinlich habe ich den Kurs zu schnell angegangen, sodass er am ersten Wasser zu wenig Zeit hatte, um die Aufgabe zu erkennen. Er ist halt dann doch nicht so erfahren, dass er da in so einer Situation schon so mit umgehen kann. Ich habe ihn etwas überritten, durch den aprupten Stop bin ich dann unglücklich aus dem Sattel gekommen und stand neben ihm. Ich hake es mal als Erfahrung ab. Die Dressur mit Starlight war auch trotz der zwei Fehler zufriedenstellend. Für ihn nahm ich mir dann nach dem Sturz von Wilbert bewusst etwas mehr Zeit im Gelände, er hatte eine tolle Runde, die wie an der Schnur gezogen lief. Kein Rumpler, keine blöde Situation. Starlight sprang auch wirklich sehr gut im Parcours. Er ist schonmal etwas guckig, aber in der Distanz von der Tripplebarre hatte ich ihn dann leider nicht genug vor mir. Er hat mir dann vor dem luftigen Steilsprung mit Wasser drunter angehalten, das war eigentlich nicht so toll. Die Stimmung im Team war wirklich gut, natürlich vor allem bei Andreas, der dieses Wochenende mit drei Pferden einfach top unterwegs war.“

Andreas Ostholt: „So ein Wochenende fasse ich gerne auch noch öfter zusammen. In einem so stark besetzten Nationenpreis mit allen drei Pferden in die Top Ten zu reiten, ist schon etwas ganz besonderes, es hätte kaum besser laufen können. Einziger Wehmutstropfen war der leichte Fehler von Soey, bei dem die Stange zunächst hin- und herrollte, bis sie dann doch rausfiel. Das kostete uns in dem Starterfeld 8 Plätze. Aber er sprang wirklich gut, ich hatte viel Freude das ganze Wochenende. Die Organisation des Turnieres war toll, die Bedingungen bestens. Konditionell ist der Kurs recht anspruchsvoll gewesen, das Springen war schwer genug. Ich bin total glücklich. Der Austausch mit den anderen Nationen war sehr nett und es gab eine ausgesprochen gute Stimmung im deutschen Lager. Ich habe die Erfolgserlebnisse der WM vor 4 Jahren etwas wiederbelebt und das Turnier dieses Mal bei schönem Wetter einfach nur genossen. So kann es gerne weitergehen.“

Jörn Warner: „Insgesamt bin ich super zufrieden, vor allem mit meinem Pferd. Paul ging seine zweite 3* Prüfung und wir durften das erste Mal im Nationenpreis für Deutschland starten. Die Dressur war genauso, wie ich es gehofft hatte. Paul gab mir beim Abreiten schon ein super Gefühl und das konnten wir auch ins Viereck bringen. Die Bewertung deckte sich mit meinem Gefühl, Platz 6 in diesem Starterfeld. Meine Trainerin Bettina Hoy konnte mir am Rand noch wertvolle Tipps mitgeben. Das Gelände war schon anspruchsvoll, mit drei Wasserelementen. Ich durfte als letzter Mannschaftsreiter auf die Strecke. Durch Paulines unglücklichen Sturz hatte ich natürlich schon etwas mehr Druck, ordentlich nach Hause zu reiten. Zwei waren ja bereits gut ins Ziel gekommen. Aber Paul ließ da keine Zweifel aufkommen, er galoppierte rauf und runter über die Strecke, als wäre es ein Ponykurs. Ich konnte alles direkt reiten, auch die neuen Situationen, wie z.B. die vielen Zuschauer am Wasserkomplex konnten ihn nicht aus der Spur bringen. Der Kurs war toll aufgebaut und die Veranstalter gaben sich alle Mühe, beste Bedingungen zu schaffen. Der Springparcours war nochmal anspruchsvoll und kniffelig- man musste sich schon im Vorhinein einen genauen Plan machen und durfte sich davon auch nicht von den anderen Reitern verunsichern lassen- es gab viele Möglichkeiten, die Aufgaben zu lösen. Paul sprang sehr gut, die beiden Fehler gehen auf meine Kappe. Da werde ich nun überlegen, wie ich das noch optimieren kann. Die Stimmung im Team war spitze. Unser Equipe-Chef Andreas hatte selber drei Pferde am Start, aber er unterstützte uns jüngeren trotzdem wo es ging. Er hat alles gut zusammengehalten und versuchte jeden Ritt von uns zu sehen. Die Pfleger haben sich gegenseitig geholfen, und wir jungen, Pauline, Nico und ich haben uns auch gegenseitig motivieren können. Wir sind nicht als Favoriten angereist, und freuen uns sehr über den dritten Platz. Ich freue mich, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte und durfte.“

Jörn Warner – Vicco Pop / Haras du Pin 2018/ Bild: Mandy Hopp

Nationenpreis Haras du Pin
v.l. Andreas Ostholt, Pauline Knorr, Nicolai Aldinger, Jörn Warner / Bild: privat

Nationenpreis Haras du Pin
v.l. Pauline Knorr, Andreas Ostholt, Jörn Warner / Bild: privat