FRH Butts Avedon geht als Lehrpferd aus dem Spitzensport

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FRH Butts Avedon geht als Lehrpferd aus dem Spitzensport

Andreas Dibowski - FRH Butts Avedon / Pau 2019 / Bild: Laura Dupuy

Viele Jahre waren sie ein Team- Andreas Dibowski und FRH Butts Avedon. Zuletzt konnten die beiden sich noch im CCI5* von Pau platzieren, die Frage, ob Avedon eventuell noch die erste Wahl für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 sein wird, war nicht unberechtigt.

Doch nun geht der 16-jährige Hannoveraner Wallach als Lehrpferd aus dem Spitzensport. Eine Art kleiner Ruhestand, den ihm sein langjähriger Besitzer Dr. Manfred Giensch ermöglicht.

Welche Emotionen für Dibo an diesem Pferd hängen, zeigen seine folgenden Worte:

“Time to say goodbye-  Es gibt Pferde, an denen man sich erfreut. Die man verwöhnt, die man liebt.

Es gibt Pferde, die sind Partner. Mit ihnen gewinnt man, mit ihnen verliert man.
Und es gibt Pferde, mit denen ist alles anders. Mit ihnen ist alles besonders.
Es gibt Avedon
Mit ihm habe ich gefeiert, mit ihm habe ich gelitten – bin im Himmel und in der Hölle gelandet.
Bereits ihn zu bekommen war eine Herausforderung.
Als letztes, von Fritz Butt original gezogenes Pferd ist er als Fohlen von Prof. Dr. Volker Steinkraus gekauft und als Dreijähriger von Csaba Sarközi in Nindorf angeritten worden. Hier sah ich ihn zum ersten Mal.
Nach einer Pause kam er als Vierjähriger wieder zu Csaba und ich unternahm den ersten von drei Versuchen, ihn zu kaufen. Volker hatte zuerst noch andere Pläne mit ihm.
Erst mein 3. Versuch und mit Hilfe von Dr Manfred Giensch ist es gelungen, den Schwarzen in meinen Stall zu bekommen.
Es folgten Monate einiger grundsätzlicher Diskussionen über Sinn und Unsinn von Gehorsam, Rittigkeit und Leistungsbereitschaft nach meinen Vorstellungen, aber es hat funktioniert.

Der Startschuss ist gefallen.

Viele große Erfolge waren der Lohn:
Bundeschampion 2008, Vize-Weltmeister der jungen Pferde 2010, Sieger im CCIO3 in Boekelo 2011 und 3. im CCI4 in Luhmühlen 2012.
2013 gewannen wir Team-Gold bei der EM in Malmö. 2012, 2014, 2015 waren wir Reserve für das jeweilige Championat. 2016 wurde er nicht nominiert. Seine Antwort: 2. Platz beim CCIO in Boekelo.
2017 verletzter er sich schwer im abschließenden Springen beim CCI5 in Luhmühlen
2018 die Rückkehr. Noch einmal nominiert für die WM in Tryon. Es folgte eine Achterbahn der Leistung und Gefühle in 5-Sterne-Pfg: Sturz in Burghley, Stopp in Pau, Reiter verloren in Luhmühlen. Und trotzdem – einen hatten wir noch.

Man wünscht sich für einen großen Athleten immer den richtigen Moment des Rücktritts.
Aber wann ist dieser Punkt? Wann ist noch mal ein großer Erfolg möglich, wann nicht?
In dieser Saison war dieser Punkt erreicht.
Avedon ging mit seinen 16 Jahren noch einmal eine sehr gute Saison. So wie wir es von ihm kannten. Mit Höhen und Tiefen.
Interessanter Weise schien er in den letzten Wochen noch einmal einen 2. Frühling zu bekommen. Top in Waregem, Sieg in Strzegom.
„Jetzt ist es soweit. Das ist der Moment“ so die Stimmen um uns herum. Und bei mir? Hin und her gerissen hatte ich dennoch das Gefühl, da geht noch was, und kurzfristig entschloss ich mich für das CCI5 in Pau.
Er hat mich nicht enttäuscht. Er hat wieder alles gegeben. Er hat es allen noch mal gezeigt. Er hat es mir gezeigt.

Avedon hatte sicherlich nicht die größte Karriere im Pferdesport. Es war auch nichts außergewöhnlich an seinen Erfolgen. Es war das ständige auf und ab in seiner Laufbahn durch das ich so innig mit ihm zusammengewachsen bin.

Es war etwas Besonderes, dieses außergewöhnliche schöne Pferd auszubilden und vorzustellen. Mit ihm zu feiern, mit ihm zu leiden.

Er war – er ist etwas Besonderes. Er ist FRH Butts Avedon

Wunderschön und kerngesund wird Ave nun von der großen Bühne abtreten. Er wird in Zukunft der Enkelin von Dr. Manfred Giensch, Lara Krüger, ein gutes Lehrpferd sein und hoffentlich noch viele Jahre seine Erfahrung an die junge Reiterin weitergeben können.

Dibo“