Das waren die Weltreiterspiele aus deutscher Sicht – WEG #tryon2018

Am Montag gingen die Weltreiterspiele zu Ende, aus deutscher Sicht mit Platz 5 für Mannschaft und der Bronze-Medaille für Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD in der Einzelwertung.

Während einige der Reiter sich schon mit ihren anderen Pferden auf dem Weg zum Nationenpreisturnier in Waregem (BEL) befinden und die WM Pferde auf dem Weg vom Flughafen in Lüttich in die beheimateten Ställe sind, geben wir ein kleines Resümee aus Sicht der Reiter.

Wir beginnen mit Julia Krajewski, die mit dem 10 jährigen Hannoveraner Chipmunk FRH in der Mannschaft am Start war.

„Ich hatte mir vorgenommen eine gute bis sehr gute Dressur zu reiten und dann möglichst wenig Punkte hinzuzufügen. Das ist mir leider nicht gelungen und selbstverständlich analysiert man im Nachhinein die Gründe dafür. Die ungewohnte Anreise und Quarantäne hat Chipmunk gut überstanden und sich vor Ort sehr wohl gefühlt.
Ich denke wir waren, dem Alter des Pferdes entsprechend, optimal auf die Prüfung vorbereitet. Dressur können wir, und konnten das auch sicher abliefern Die beiden CCI3* in Blenheim und Bramham haben mir die Sicherheit gegeben, dass Chip eine konditionell anspruchsvolle Prüfung super durchziehen kann und ich wusste wie ich ihn trainieren muss. Das hat er auch bestätigt, er war bis ins Ziel topfit und hat sich super schnell erholt und ohne die Verweigerung wären wir in der Zeit oder sehr dicht dran gewesen. Darauf bin ich stolz. Dennoch hatten wir eine Unstimmigkeit die zu einer Verweigerung geführt hat. Das war sehr ärgerlich und sowohl für mich als auch für das Team enttäuschend, Chance vertan… Im Endeffekt ist er kürzer als ich erwartet habe über das A Element der Kombination 14 gesprungen, dann musste ich zu B etwas weiter reiten und zu C hat er sich (untypischerweise) gegen die Hand gewehrt, kam nicht genug zurück und hat die Ecke nicht mehr sehen können bzw. waren wir dann so dicht davor, dass er nicht mehr springen konnte. Wenn ich es nochmal machen könnte würde ich sicher manches anders machen, besser sitzen, anders anreiten usw. aber man macht seinen Geländeplan ja nunmal nach dem was die Regel ist und neue Entscheidungen werden in Millisekunden getroffen.. Chip hat bislang selten etwas verkehrt gemacht im Gelände, aber er ist nunmal auch erst 10. Wie die Ergebnisse gezeigt haben ließ sich der Kurs grundsätzlich gut reiten, hatte aber auch einige Überraschungen parat, insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die 4* erfahrenen Pferde besser zurecht kamen als die jüngeren. Das ist auch mein Fazit aus der Prüfung, die größte Wahrscheinlichkeit sicher und schnell über Championatskurse zu reiten hat man einfach wenn viel Erfahrung über 4* Prüfungen gesammelt wurde. Die konnte Chip noch nicht haben, aber das lässt sich ja ändern!
Etwas merkwürdig war dann das um einen Tag verschobene Springen, nach meinem Eindruck sprangen die Pferde im Allgemeinen nicht besser als sonst, manche eher schlechter. Es war auch schwierig einzuschätzen wie man sich optimal vorbereitet, normalerweise hat man ja seinen Plan für Sonntagmorgen und niemand wusste so richtig wie die Pferde sich am Montag fühlen. Chip sprang eigentlich sehr gut, zweimal wurde ihm die Distanz recht eng und wir hatten dann zwei leichte Fehler. Schade, aber dank toller Runden von Kai, Andreas und Ingrid konnten wir uns noch auf Platz 5 verbessern, Minimalziel Olympiaqualifikation erreicht. Das ganze Team konnte sich dann noch über Bronze für Ingrid freuen, auch wenn wir ihr Gold noch mehr gewünscht hätten! Bis Tokio 2020 haben wir sicherlich einige Hausaufgaben zu erledigen.. Für eine Medaille mit dem Team braucht man 3 Ergebnisse um die 30 Minuspunkte, wie man die erreichen kann ist im Grunde ein Rechenspiel aus den Stärken und Schwächen der Mannschaftspaare. Insgesamt war es für mich eine Ehre überhaupt am Start sein zu dürfen und ich bin trotz allem stolz meine erste WM ordentlich beendet zu haben! Die Bedingungen für die Prüfung und die Pferde waren sehr gut, das Drumherum meist besser als von der Presse beschrieben aber bei weitem nicht das was erwartet wurde und sich der Veranstalter wahrscheinlich auch vorgenommen hatte… Mittlerweile sind die Pferde schon fast wieder zu Hause für Chipmunk ist erstmal ausgiebig Urlaub angesagt!“

Chipmunk FRH
Julia KRAJEWSKI (GER*) ©Lutz KAISER AGENTUR datenreiter, Triefenbergweg 2a 65388 Schlangenbad-Georgenborn

Julia Krajewski- Chipmunk FRH / WEG Tryon 2018 / Bild: Lutz Kaiser – agentur datenreiter

Julia Krajewski Chipmunk FRH ©Lutz KAISER AGENTUR datenreiter, Triefenbergweg 2a 65388 Schlangenbad-Georgenborn

Julia Krajewski Chipmunk FRH ©Lutz KAISER AGENTUR datenreiter, Triefenbergweg 2a 65388 Schlangenbad-Georgenborn

Chipmunk FRH
Julia KRAJEWSKI (GER*) ©Lutz KAISER AGENTUR datenreiter, Triefenbergweg 2a 65388 Schlangenbad-Georgenborn