CICO3* Nationenpreis Houghton Hall- deutscher Sieg im Team und im Einzel

Eine kleine, aber feine Delegation deutscher Reiter und Reiterinnen machte sich Anfang der Woche auf den Woche nach Großbritannien: Houghton Hall hieß das Ziel. Nachdem bereits letzte Woche der FEI Nations Cup von der deutschen Mannschaft (vertreten durch Andreas Dibowksi, Beeke Jankowski, Falk Westerich und Jörg Kurbel) gewonnen wurde, war dies auch in Houghton Hall das erklärte Ziel. Dass dieses Ziel auch andere Teams verfolgten, zeigte bereits die Nennungsliste: 84 Paare gingen an den Start, darunter auch „big names“ und die Namen einiger aufstrebender Championatsreiter aller Nationen. Spannung war vorprogrammiert!

Für das deutsche Team schickte der Bundestrainer Hans Melzer drei erfahrene Paare in den Wettbewerb, ergänzt um Perspektivgruppenmitglied Christoph Wahler mit Green Mount Flight, die Bronzemedaillengewinner der Junge Reiter EM 2015. Bettina Hoy sattelte Seigneur Medicott, der zwei Wochen zuvor bereits in Chatsworth die CIC3* Siegerehrung anführen durfte. Julia Krajewski brachte Samourai du Thot an den Start, der fünf Wochen zuvor Zweiter im CIC3* in Sopot wurde. Andreas Ostholt hatte die Qual der Wahl, da er zwei Pferde an den Start brachte: So is et (3. CIC3* Sopot) wurde für das Team gewertet, Pennsylvania ging im CICO3* als Einzelpferd. Zudem startete Jörn Warner, ein Schüler von Bettina Hoy, seinen Castle King in der Einzelwertung.

Bereits nach der Dressur konnten die Deutschen sich gute Ausgangspositionen verschaffen. Nachdem Andreas Ostholt und „Soey“ als Overnight-Leader den ersten Dressurtag anführten, setzten sich die letzten Starter im Klassement noch vor ihn. Darunter auch Bettina Hoy, die mit -35,3 mit ihrem „Micky“ wieder einmal Dressursiegerin wurde- den Platz musste sie allerdings punktgleich mit dem Neuseeländer Jesse Campbell auf Cleveland teilen. Andreas Ostholt lag am Ende mit -38,2 in Schlagdistanz zur Spitze und auch Julia Krajewski konnte mit -41,1 auf dem fünften Platz eine tolle Dressurleistung abliefern. Andreas Ostholt konnte mit Pennsylvania (-42,3) noch einen weiteren Platz in den Top ten sichern. Auch Jörn Warner lieferte mit -45,0 ein tolles Resultat ab, Platz 15. Christoph Wahler und Green Mount Flight rangierten mit -56,0 nicht in den Platzierungsrängen, aber steuerten der Mannschaft ein weiteres, wichtiges Ergebnis bei.

Im Springen zeigten die deutschen Paare eine geschlossene, gute und sehr gute Leistung: Nullrunden für Bettina Hoy und Seigneur Medicott, Julia Krajewski und Samourai du Thot, Andreas Ostholt mit Pennsylvania. Mit Soey unterlief Andreas Ostholt ein Abwurf, Jörn Warner und Castle King zwei Abwürfe. Christoph Wahler und Green Mount Flight mussten ihrem Ergebnis 10 Minuspunkte addieren lassen.

So konnte Bettina Hoy bereits als Führende in das Gelände starten. Und auch im Gelände lief es für alle mehr als gut: Null und auch in der Zeit beendet Bettina Hoy im Sattel des 11 jährigen Seigneur Medicott auch den selektiven Kurs und gewinnt mit ihm die dritte 3* Prüfung in Folge- hier mit dem Dressurergebnis von -35,3! Auch Julia Krajewski und „Sam“ haben zur alten Form zurückgefunden, ohne Hindernis schnurren auch sie schnell genug durch den Kurs- Platz 2 mit dem Dressurergebnis von -41,1 in der Endabrechnung! Das top Trio komplett machen Andreas Ostholt und „Soey“- 9 Sekunden über der Bestzeit nahm Andreas in Kauf, um in jedem Fall eine weitere sichere Runde für die Mannschaft nach Hause zu bringen. Dies gelang und sicherte den fünften Platz (-45,8). Jörn Warner sichert sich mit dem 19. Platz (-57,4) die erste Platzierung auf 3* Niveau. Christoph Wahler muss einen Vorbeiläufer an Hindernis 10 hinnehmen und beendet die Prüfung mit -94,4 an 45. Stelle. Damit gehörten die drei ersten deutschen Mannschaftsreiter auch zu den vier besten Mannschaftsreitern überhaupt.

Die Mannschaft gewinnt damit deutlich (-114,6) vor den Teams aus Großbritannien (-134,5) und den USA (-138,9).

Julia Krajewski: „In der Dressur war Sam an sich sehr konzentriert und ich kam gut zum reiten, allerdings war der zweite Wechsel und das letzte Halten nicht so gut. Das hat sicher einige Punkte gekostet. Die 41.1 Punkte konnten wir dann im Springen halten und uns etwas nach vorn arbeiten. Das Gelände hatte einige anspruchsvolle technische Aufgaben, bei denen man sich im Vorfeld einen genauen Plan zurecht legen musste. Sam hat es mir aber sehr leicht gemacht heute, er war großartig an den Sprüngen, und dabei auch sehr flott, sodass wir unser Dressurergebnis nach Hause bringen konnten 🙂 Im Hinblick auf Luhmühlen war das sicher eine wertvolle Prüfung!“

Andreas Ostholt: „Beide Pferde gingen bereits super in der Dressur. Soey und auch Penny konzentrierten sich auf mich, ich kam in der Aufgabe bei beiden richtig gut zum Reiten. Mit Soey waren sogar noch ein paar mehr Pünktchen drin, ich bin natürlich sehr zufrieden. Im Springen ging Soey spitze. Er sprang wirklich richtig gut. Allerdings hatten wir bei den ersten Startern das Gefühl, dass die Zeit etwas knapp werden könnte, deshalb bin ich von 4 auf 5 den engeren Weg geritten- das wurde dann zum Karreeoxer etwas weit und wir bekam einen leichten, aber ärgerlichen Fehler. Auch Penny sprang eine super Runde. Houghton Hall ist immer ein besonderes Turnier, dieses Jahr war das Kamelrennen als Charity Aktion für eine Flugambulanz beispielsweise ein totales Highlight. Dass im Gelände so viel passiert, hatten wir vorher gar nicht so gedacht. Soey schnurrte so durch den Kurs, das hat einfach nur Spaß gemacht. Eine Runde vom allerfeinsten! Es ist einfach toll, wenn man so gut zusammenarbeitet und das Vertrauen des Pferdes spüren kann. Ich hab nicht das Letzte an Tempo rausgeritten, dafür gab es ja keinen Grund. Stattdessen war es mir wichtig, eine sichere und rhythmische Runde zu reiten, das ist uns mehr als gelungen. Penny fing genauso gut an, und meisterte alle Schwierigkeiten. Nach den schrägen Hecken sah ich dann leider mein Hufeisen an mir vorbei fliegen. Ich bin mir nicht sicher, ob es daran lag, aber an einer schwierigen Kombination nur wenige Hindernisse später (Hindernis 19), Tisch-Ecke-Ecke, erwischte es uns. Penny schien kurz etwas verunsichert, wir konnten das aber sofort gut korrigieren, dann habe ich mit ihr an der Stelle aufgehört. Ich bin natürlich super zufrieden, beide Pferde gingen tip top und ich fahre mit einem richtig guten Gefühl nach Hause.“

 

Nationenpreis Houghton Hall- deutsches Team siegt
Bild: Trevor Holt

BETTINA HOY (GER) RIDING SEIGNEUR MEDICOTT
Bild: Trevor Holt

JULIA KRAJEWSKI (GER) RIDING SAMOURAI DU THOT
Bild: Trevor Holt

Siegerin Bettina Hoy, links Julia Krajewski (2.), rechts Pippa Funnell (GBR, 3.) Bild: Trevor Holt

 

Ergebnisse Mannschaft

Ergebnisse Einzel