CHIO Aachen: Deutschland führt

Der Nationenpreis im Rahmen des CHIO Aachen ist jedes Jahr etwas ganz besonderes. Nicht nur, dass beim Weltfest des Pferdesports alle Disziplinen vertreten sind. Auch die Vielseitigkeitsprüfung hat ihr eigenes Flair.

Die erlesenen Startplätze sind sehr begehrt, für jeden Reiter ist es ein Traum und eine Ehre, in Aachen an den Start gehen zu dürfen.

Doch genauso besonders verlief auch die heutige Prüfung.. Das Dressurstadion bringt schon an sich viel Atmosphäre mit sich, da fühlte sich nicht jedes Buschpferd gleich wohl und konnte entspannt seine Dressuraufgabe gehen. Kam noch Applaus der Zuschauer hinzu, war ein gutes Nervenkostüm der Pferde umso wichtiger.

Die Plätze 1-4 waren nach der Dressur fest in deutscher Hand: Julia Krajewski konnte ihr Ergebnis von Mannschaftspferd Samourai du Thot (-22,5) noch mit ihrem Hannoveraner Chipmunk FRH toppen (-19,7). Damit lieferte Julia Krajewski das dritte Mal in Folge ein Dressurergebnis mit unter 20 Minuspunkten ab (Sieg beim CCI3* in Bramham mit Chipmunk und CIC3* in Luhmühlen mit Samourai du Thot).

Dazwischen schieben konnte sich noch Europameisterin Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD (-22,1). Auf Platz vier dann Bettina Hoy, die mit Designer noch kurzfristig ins deutsche Aufgebot nachrutschte (-22,3).

Claas Romeike und Cato erwischten keinen guten Start, in der Dressuraufgabe lahmte der 14 jährige Wallach plötzlich und wurde abgeklingelt.

Schon nach der Dressur nahm das deutsche Team die Führung im Nationenpreis ein.

Das Springen war wie erwartet schwer. Hinzu kommt die eigene Atmosphäre im großen Soerser Stadion. Auch die Zeit spielte im Parcours eine große Rolle. Springtrainer Marcus Döring schätzte den Parcours schwerer ein, als im letzten Jahr. Dennoch schafften 11 der 41 Paare eine Nullrunde im Parcours.

Zwei davon gingen auf das Konto von Julia Krajewski, die sich auch in Aachen in exzellenter Form zeigt. Durch die Abwürfe der anderen Paare sicherte sie sich sogar die Doppelführung- wenn dass nicht der dritte Sieg in Folge für sie wird. Bramham, Luhmühlen und dann Aachen? Mit Chipmunk konnte sie zudem die 3* Prüfung in Marbach gewinnen. Chipmunk FRH liegt nach Dressur und Springen in Führung mit -19,7 vor Stallkollege Samourai du Thot (-22,5).

Einen Platz zurück fiel Mannschaftskollegin Ingrid Klimke, die nach einem souveränen Parcours mit SAP Hale Bob OLD auf der Schlußlinie noch einen Abwurf bekam (-26,1).

Der dritte Mannschaftsreiter, Kai Rüder mit dem 12 jährigen Colani Sunrise, blieb ohne Abwürfe, musste allerdings drei Minuspunkte aus der Zeitüberschreitung hinnehmen. Das bedeutet für ihn Platz 11 vor dem Gelände mit -30,8.

Ganz bitter kam es für den vierten Reiter im Team, Andreas Dibowski. FRH Corrida wurde so guckig zum überbauten Wassergraben, dass sie die Bremse zog und stehen blieb. Ein Abwurf beim zweiten Anritt kam hinzu, zuzüglich der Zeitfehler- mit 24 Minuspunkten ist Dibo wohl nicht zufrieden. (40. mit -58,1)

Auch mit seinem zweiten Pferd, FRH Butts Avedon, lief es nicht rund. Vier Abwürfe schlugen zu Buche, 16 Minuspunkte warfen ihn im Klassement zurück (35. mit -43,4).

Bettina Hoy und Designer hatten in Dressur so toll vorgelegt, im Springen brauchten sie zwei Hindernisse, um in ihren Rhythmus zu finden. Zwei Hindernisse, bei denen auch eine Stange fiel. Fünf Minuspunkte aus der Zeit gesellten sich noch hinzu, Platz 17 vor dem Gelände (-35,3).

Sandra Auffarth und der erst 9 jährige Viamant du Matz zeigten einen harmonische Runde, leider fiel am Schlußoxer die Stange, die der Fuchs mit seiner Hinterhand touchierte (-35,9 und Platz 18 vor dem Gelände).

Eine tolle Runde zeigte auch Josefa Sommer, die mit Hamilton im letzten Jahr zum ersten Mal zum Championat fuhr und sich dort sehr ordentlich präsentieren konnte. Auch heute wieder ein Parcours ohne Abwürfe, ärgerliche 5 Minuspunkte aus der Zeit mussten sie mitnehmen. Übrigens die achte Prüfung in Folge, bei der das Paar keinen Abwurf zu verzeichnen hatte.

Nach dem Springen führt Deutschland mit Abstand (-79,4) vor den Teams aus Frankreich (-90,9) und Neuseeland (-92,5).

Morgen wird’s spannend im Gelände der Aachener Soers- Team Deutschland und Julia Krajewski könnten mit Nullrunden den Sieg nach Hause bringen.

Doch das wird den Paaren nicht einfach gemacht- die einstimmige Meinung ist, dass ein anspruchsvoller, fairer Kurs auf die Paare wartet, bei dem es schwer sein wird, in die Bestzeit zu reiten.

Von 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr überträgt die ARD das Gelände live!

Zwischenergebnisse Einzel

Zwischenergebnisse Mannschaft

Starterliste Gelände

 

Julia Krajewski- Chipmunk FRH
Luhmühlen 2017
Bild: Kerstin Hoffmann www.eventing-art.com

Luhmühlen 2018, CiC3* Julia Krajewski (GER) and Samourai du Thot the Winners
Photo FEI/Massimo Argenziano

SAP Hale Bob OLD
Ingrid KLIMKE (GER) / Luhmühlen CIC3* / CCI4* 2018 ©AGENTUR datenreiter, Triefenbergweg 2a 65388 Schlangenbad-Georgenborn