CCI4* Pau- Nachlese 3. Teil Anna-Maria Rieke und Petite Dame

Mit dem selbst ausgebildeten Pferd als Amateurin eine 4* Prüfung zu reiten und diese auch noch erfolgreich zu beenden – davon können viele nur träumen. Am Wochenende konnte sich Anna-Maria Rieke diesen Traum erfüllen. Mit der 14-jährigen Petite Dame konnte sie die CCI4* Prüfung auf dem 16. Platz beenden.

Mit einem Strahlen übers ganze Gesicht trat die Wahl-Hamburgerin die Heimfahrt an. Stolz ließ es sich der Besitzer und Züchter von Petite Dame, Jochen Brinkmann, nicht nehmen, die Beiden vom Trennpunkt von der Mitfahrgelegenheit Team Lesch abzuholen.

„Ich bin super glücklich, Pocke hat an diesem Wochenende wirklich alles gegeben. Natürlich ärgere ich mich etwas über die kleinen Fehler, die uns am Ende dann die Platzierung kosteten. 1. Reserve zu sein, ist natürlich schon ärgerlich. In der Dressur fingen wir richtig gut an, wir wurden den ganzen ersten Teil so gut bepunktet, dass wir bis dahin an 2. Stelle gewertet wurden. Doch leider wollte Pocke dann etwas viel, in der Schritttour wurde sie etwas spannig, was sich im Halten und Rückwärtsrichten zeigte. Natürlich hat uns das einige Punkte gekostet. Ein Glück ist aber auf sie Verlass, so dass ich in der Galopptour dann wieder besser zum Reiten kam. Im Gelände lief es dann auch super, es hat einfach nur Spaß gemacht. Eine kleine Schrecksekunde hatten wir am zweiten Wasser – Pocke stolperte etwas in der Landung vom Einsprung, worauf eine mächtige Ecke im Wasser als b-Element folgen sollte. Da bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und habe schnell auf die Alternative umgeswitcht. Mir war sehr wichtig, sicher und mit einem guten Gefühl ins Ziel zu kommen. Das haben wir geschafft und da bin ich sehr stolz drauf. Pocke ist an sich ein sehr schnelles Pferd, ich habe mir aber in dieser schweren Prüfung die Zeit genommen, alle Hindernisse optimal vorzubereiten. Der Plan ging auf, im Ziel war sie top fit und schnell regeneriert. So fit und motiviert trabte sie dann Sonntag auch durch die Verfassungsprüfung, dass ich kaum hinterher kam. Im sehr anspruchsvoll gebauten Springen war Pocke einmal mehr gigantisch. Sie sprang so sicher und vermögend, ich glaube sie berührte von sich aus keinen Sprung. Die eine Stange, die sie berührte nehme ich voll auf meine Kappe… ein ganz blöder und auch teurer Reiterfehler, der mich ganz schön geärgert hat. Aber alles in allem bin ich mehr als zufrieden mit unserem 4*-Debüt! Nicht zuletzt, weil der Veranstalter sich allergrößte Mühe gegeben hat, rundum optimale Bedingungen für Reiter & Pferd zu schaffen.
Nun wird Pocke mit 2-3 Wochen leichter Arbeit, Ausritten und Longieren abtrainiert und kommt dann wie jeden Winter für ca. zwei Monate komplett auf die Weide zu ihrer Freundin Potsdame in Offenstallhaltung. Da sind wir auch schon seit unserer Rückkehr aus Frankreich und bleiben noch bis die Schulferien in Hamburg zu Ende gehen.“

Fotos: Régis Taillepied