CCI4*- der Geländetag endet mit deutscher Doppelführung

Dass es ein schwerer, einer der schwersten Kurse der letzten Jahre, vielleicht auch der schwerste ist, war den Reitern schon vergangene Tage klar. Wenn ein Mark Todd, mit all seiner Erfahrung, dann im Ziel vom schwersten Kurs spricht, den er je geritten hat, weiß man den Tag einzuschätzen.

Am Ende stehen die Reiter und Pferde ganz vorne, die über viel Erfahrung verfügen. 49 Paare konnten die Prüfung in Wertung beenden, 33 schieden aus oder gaben auf.

Bettina Hoy und Designer fanden heute leider nicht so recht zusammen, Designer war so motiviert, dass er zu Beginn der Strecke zu stark wurde. Nach einem Missverständnis an Hindernis 6, einem wuchtigen Tisch, gab Bettina auf- Chapeau für diese vernünftige Entscheidung.

Der schwere Kurs war mehr als selektiv. Die erfahrenen Reiter hatten riesen Vorteile, first Timer hatten kaum eine Chance, das Ziel zu sehen.

So kam es auch für Claas Romeike, der mit seinem Cato bereits die 4* Prüfungen in Pau und Luhmühlen gut beenden konnte. Doch seine Badminton Premiere endete leider vorzeitig. Eine frühe Verweigerung an Hindernis 5, den Treppen, unterbrach der Rhythmus. Anschließend ließen sich die beiden aber nicht beirren, und meisterten die schweren Klippen gut. Eine weitere Verweigerung mussten die beiden an der Outlander Bank, Hindernis 13, hinnehmen. Class ritt noch weiter, unter anderem das nächste schwere Wasser, und gab nach Hindernis 16 auf. Schade!

Michael Jung und La Biosthetique Sam FBW konnten wieder einmal ihre Topform unter Beweis stellen. Es gibt kaum Worte der Superlative für dieses Paar, die diese Zusammenarbeit ausdrücken könnten. Wie an der Schnur gezogen, als wäre es ein Ein-Sterne-Kurs, galoppierten die beiden von Sprung zu Sprung. Sam galoppierte immer Strich, die Ohren immer vorne, stets seinem Reiter zuhörend. Wahnsinn- clear round in time, was lange die Führung bedeutete.

Viele Top-Paare konnten das Ziel leider nicht sehen, Größen des Sports wie Izzy Taylor, Andrew Hoy, Nicola Wilson, Blyth Tait und nicht zuletzt Bettina Hoy mussten dem Kurs leider Tribut zollen. Schade ! Immer schwerer ist leider nicht immer besser für unseren Sport.

Ebenfalls ein tolles Ergebnis aus deutscher Sicht brachte Yoshiaki Oiwa, der nur ein paar Zeitfehler hinnehmen musste, und nun an 10. Stelle rangiert.

Ingrid Klimke und Horseware Hale Bob OLD starteten hochmotiviert, galoppierten strich von Sprung zu Sprung. Lange Zeit konnten sie innerhalb der Zeit bleiben und ließen an keinem Sprung etwas anbrennen- bis zu Hindernis 24. An dieser Kombination brach ein fragible pin, als Ingrid die Ziellinie mit nur 8 Sekunden „Verspätung“ passierte, wurden ihr dafür noch 11 Minuspunkte angerechnet. Das hätte Platz 2 hinter Michael Jung bedeutet. Jedoch stellte sich heraus- nur der Pin war gebrochen, das obere Hinderniselement blieb allerdings an seinem Platz. Die 11 Minuspunkte wurden zurückgenommen- Ingrid Klimke führt nun mit -0,4 Punkten vor Michael Jung. Dritter vor dem abschließenden Springen ist Altmeister Andrew Nicholson mit Nereo.

Nicholson stellte danach heraus, dass heute die erfahrenen Pferde und Reiter definitiv im Vorteil waren, jeder Sprung musste exakt angeritten werden, der Kurs hat keine Nachlässigkeit verziehen.

Auch Michael Jung sprach von einem „tough course“. Eine Aufgabe reihte sich an die nächste, nach einem problematischen Sprung gab es keinen Erholungssprung, um das gute Gefühl zurückzuholen und dem Pferd Vertrauen zu geben. Zudem musste man das Tempo gut einteilen, nicht zu schnell anfangen, um zum Ende noch genug Kraft im Pferd zu haben. Michael Jung: „Ich kenne Sam gut, er kennt mich gut. Wir haben einfach eine gute Partnerschaft über die Jahre aufgebaut, in so einem Kurs zahlt sich das aus. Anfangs war er etwas stark, aber wir haben sehr gut in unseren Rhythmus gefunden und er galoppierte auch am Ende noch sehr gut.“

Ingrid Klimke, als Overnight- Leader im Interview, bedankt sich erst einmal bei Andrew Nicholson und Michael Jung. „Ich bin mit Andrew den Kurs abgegangen, das hat mir schon sehr geholfen und ich habe einige Tipps mitnehmen können. Michaels Ritt habe ich gesehen, und habe danach aufgehört zu gucken. Das waren gute Bilder, die ich so mit in den Sattel genommen habe. Der Ritt war ein pures Vergnügen, Bobby war voller Kraft und Energie, er sprang und galoppierte immer motiviert.“

Wir freuen uns auf morgen- die zweite Horse Inspection findet ab 8.30 Uhr (9.30 Uhr in Deutschland) statt, das Springen startet um 11.30 Uhr (12.30 Uhr MESZ). Um 14.45 Uhr (15.45 Uhr MESZ) beginnt dann der Part der Top 20. Wir drücken die Daumen, vor allem natürlich Ingrid und Michi!

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