Nach der Geburt ihres Sohnes Joris ist Beeke Jankowski (geb. Kaack) wieder in den Bundeskader berufen worden. Die Norddeutsche aus Schmalensee konnte mit dem selbstausgebildeten Tiberius Erfolge im 3* Bereich feiern. Ihren Geburtstag feiert sie am 03.04.1978.

 

Schon in frühen Jahren konnte Beeke das erste Mal auf einem Pony sitzen: Ihr Großvater Peter Grell tat einiges dafür, dass sie und ihre beiden Schwestern reiten konnten. So konnte Beeke schon im Alter von 6 Jahren ein K-Pony der Schwestern „erben“, die bereits rausgewachsen waren. Der Hof, auf dem Beeke heute ihren Ausbildungsstall betreibt, war damals ein landwirtschaftlicher Betrieb, den ihre Eltern führten.

Ihre Eltern sind es auch, denen Beeke an erster Stelle für die Unterstützung auf dem Weg in den Spitzensport danken möchte. Von klein auf waren sie immer dabei, ihre Mutter fuhr mit ihr zu sämtlichen Turnier- und Trainingsplätzen. Auch sorgten ihre Eltern weiterhin für die passenden Vierbeiner. Schon früh gehörte Beeke dem Landeskader an, sodass sie viel mit Hilfe des damaligen Landestrainers Detlef Peper verbessern konnte.

Inspiriert durch sehr gute Lehrkräfte in der Oberstufe setzte sie sich beruflich das Ziel, Lehrerin für Mathematik und Geographie zu werden. Diese beiden Fächer studierte sie in Kiel Doch während ihre Kommilitoninnen Praktika absolvierten, stand Beeke früh auf, um zum Turnier zu fahren. Zugunsten des Reitsports gab sie diesen Berufswunsch nach einem Praktikum bei Ingrid Klimke auf.

Aufgrund ihrer Erfolge und ihrer Aussicht, im Profisport Fuß zu fassen, konnte Beeke in die Perspektivgruppe Vielseitigkeit aufgenommen werden. Dort war sie 6 Jahre lang Mitglied und konnte in der Zeit vor allem vom Training bei Hans Melzer und den Trainingsaufenthalten bei Chris Bartle im Yorkshire Riding Centre viel verbessern.

2007 konnte sie die Früchte davon tragen: Mit dem als schwierig und hoch sensibel geltenden Sinjang wurde sie 8. in der 4* Prüfung in Luhmühlen und konnte als deutsche Einzelreiterin bei den Europameisterschaften in Pratoni del Vivaro 11. werden. Auch der 4. Platz beim Traditionsturnier Boekelo in der langen 3* mit Judy ist bis heute ein Moment, an den sie sich gerne zurück erinnert. Einen ganz besonderen Sieg feierte sie 2003 in Dijon mit ihrem Conti: Mit ihrem Dressurergebnis beendete sie damals die lange 2* Prüfung, ohne dass sie es so recht glauben konnte.

Beruflich möchte Beeke die Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin noch ablegen, vor allem ist es aber momentan ihr Ziel, Familie und Beruf gut miteinander zu vereinbaren. Sportlich sollen ihre Toppferde Tiberius und Loucius noch mehr Routine erlangen, um sich auf dem Niveau zu festigen.

William Fox-Pitt ist mit seiner „herrlichen Lässigkeit“ ein echtes Vorbild für Beeke. „Es ist einfach faszinierend, er wirkt nie gestresst, egal was ist. Alles was er tut wirkt unheimlich überlegt und souverän. Ein echter Pferdemensch.“ Vielleicht hat sie sich von ihm auch schon die positive Einstellung abgeschaut: „In der Vielseitigkeit haben wir häufig ein auf und ab, ich denke, es ist vor allem wichtig, nach vorne zu blicken und zu sehen, dass es wieder weitergeht.“

Um sich auf die Prüfung richtig zu konzentrieren, reitet Beeke abends vorher bereits einmal im Kopf durch den Kurs. Den Versuch, Glückssocken und –bändchen als „Ritual“ zu verankern, hat sie bereits in der Jugendzeit aufgegeben- „es musste ja auch ohne gehen, wenn es mal nicht dabei war“. Und das geht es, und auch gut: Mit Tiberius hat sie nun ein Eisen im Feuer, um die nächsten Championate wieder anvisieren zu können.


feidatabase

Kaderpferd: Tiberius


Foto oben: Anette Dölger