Ausblick EM – Teil 4: Kai Rüder über sein Comeback im Championatsaufgebot

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Ausblick EM – Teil 4: Kai Rüder über sein Comeback im Championatsaufgebot

Kai Rüder hat sich mit Colani Sunrise einen Platz im Championatsteam erritten. In Strzegom, dem Turnierplatz der kommenden Europameisterschaften, konnten die beiden im Mai die Einzelwertung der Nationenpreisprüfung für sich entscheiden. Der 6. Platz in Luhmühlen (CIC3* und Deutsche Meisterschaften) und Platz 10 im Nationenpreis in Aachen bestätigten die gute Form des Paares.

Wir konnten kurz vor der Abreise ins Trainingslager ein Interview mit dem Vielseitigkeitsreiter von der Insel Fehmarn führen.

 

Anfang des Jahres hatte dich keiner so richtig in erster Reihe auf dem Zettel, aber durch konstant gute Leistungen mit Colani Sunrise konntest du dich mehrfach für die Nominierung empfehlen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Was sind deine Ziele für die EM ?

Danke! Wir sind diese Saison mit dem Ziel der Europameisterschaften angegangen. Erst einmal ist es toll, dass das geklappt hat. Nun möchte ich bei der EM möglichst an unsere guten Leistungen anknüpfen und gut platziert sein. Dabei ist es mein Ziel, uns bereits in diesem Jahr für die Weltreiterspiele im kommenden Jahr zu empfehlen. Colani Sunrise ging dieses Jahr im Mai schon gut in Strzegom, das wäre schön, wenn uns das dort noch einmal so gelingt.

Für dich ist die Situation zum Championat zu fahren nicht ganz neu- schon 2000 warst du bei den Olympischen Spielen in Sydney am Start. Doch in dieser Zeit hat sich einiges am Sport und im deutschen Team verändert. Wieviel bedeutet dir die Nominierung für die kommenden Europameisterschaften und wie unterscheiden diese sich für dich von deinen bisherigen Championaten?

Wir sind heute wesentlich gereifter und deutlich besser auf die Championate vorbereitet. Alle Reiter planen Auslandsstarts ein, dadurch sind die Reiter und Pferdedeutlich erfahrener. Früher sind wir alle doch ziemlich grün zum Championat gefahren und wurden da ins kalte Wasser geworfen. Diese gezieltere Vorbereitung gibt uns natürlich allen auch mehr Selbstvertrauen mit auf den Weg. Die Nominierung für die EM freut mich sehr, das ist schon etwas ganz Besonderes. Vor allem bei der starken Leistungsdichte im deutschen Team ist das nichts Selbstverständliches. Die Saison lief für uns bisher wirklich gut, es hat alles nach Plan geklappt und auch die Prüfung in Aachen hat uns nochmal bestätigt, dass wir in guter Form sind.

Was sind die Stärken deines Pferdes Colani Sunrise? Hat er eigentlich einen „Stallnamen“?

Colani wird er bei uns gerufen. Er ist mit großem Springvermögen ausgestattet und ist nun in seinen Körper hineingewachsen. Insgesamt ist er dadurch noch deutlich konstanter geworden und ich kann seine Leistung beständig abrufen.

Wie sieht nun die letzte, intensive Vorbereitung für die EM aus? In diesem Jahr sind eure Dressurergebnisse bedeutend besser geworden- was habt ihr verändert?

Wir haben nach Aachen den Schwerpunkt noch auf Konditions- und Dressurarbeit gelegt. In Warendorf machen wir noch einmal Geländesprünge, bevor wir dann in das Trainingslager im Nachbarort von Strzegom aufbrechen. Vor Ort wird auch Jürgen Koschel sein, der unser Dressurtraining optimal ergänzt hat. Er hat sicherlich zu der Verbesserung beigetragen. Insgesamt ist Colani aber einfach gereifter, die neueren Aufgaben fordern bei den Pferden doch mehr Kraft ab. Das können die Pferde dann gut leisten, wenn sie in ihrer Entwicklung soweit sind. Colani ist nun so gereift, dass er alles in seinen Möglichkeiten umsetzen kann und ich die Versammlung in der Aufgabe abrufen kann. Das hat uns natürlich auch in den Punkten nochmal ein Stück voran gebracht.

Wer wird dich und Colani Sunrise begleiten?

Meine Frau Petra und meine beiden Kinder werden mit reisen. Die beiden sind jetzt 12 und 13 Jahre alt und können das Championat schon voll miterleben. Als Pflegerin für Colani wird mich Johanna Henze begleiten, sie reitet selber erfolgreich Vielseitigkeit. Ich denke, wir sind ein gutes, eingespieltes Team für so ein Championat.