Aachen: Überragender Sieg für Deutschland im Nationenpreis, Ingrid Klimke sichert sich ebenfalls den Sieg

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Aachen: Überragender Sieg für Deutschland im Nationenpreis, Ingrid Klimke sichert sich ebenfalls den Sieg

Überragend konnte sich das deutsche Team in der strahlenden Aachener Soers an die Spitze des Nationenpreises setzen(-107,0). Dahinter platzieren sich die Mannschaften Australiens (-152,6) und Schwedens (-160,6).

Pathfinder Josefa Sommer zeigte mit Hamilton eine blitzsaubere Runde, die immer toll anzusehen war. Lediglich 6 Minuspunkte addierten sich zu ihrem Dressurergebnis von -45,3 aus der Zeitüberschreitung, was möchte man mehr beim Aachen-Debüt?

Der Weg war geebnet für die anderen drei Mannschaftsreiter, die allesamt zum Schluß starteten, da die Startreihenfolge die besten zum Schluß vorsah. Den Anfang machte die bis dahin Drittplatzierte Sandra Auffarth mit ihrem Opgun Louvo. Schnell und sicher an allen Sprüngen kamen sie ins Ziel, jedoch knackten auch sie nicht ganz die Zeit, 5 Sekunden zu spät stoppte die Uhr, was Sandra im Endergebnis hinter den Australier Shane Rose zurückfallen ließ, der mit CP Qualified Dritter wurde.

Nun waren die Olympiasieger Michael Jung mit Sam und die bis dahin in Führung liegende Ingrid Klimke mit Horseware Hale Bob OLD gemeinsam auf der Strecke- sie schenkten sich nichts. Beide Paare spielten ihre gesamte Erfahrung aus, Michael Jung ritt als erster innerhalb der Zeit über die Ziellinie. Frenetischer Applaus des Publikums belohnt die phantastische Ritte am heutigen Tag in der Aachener Soers. Nun war klar- Ingrid Klimke muss innerhalb der Bestzeit bleiben, schon eine Sekunde würde sie den Sieg kosten.

Doch auch sie hatte die Zeit genug im Auge und galoppierte mit komfortablen Polster durch den DHL-Zieleinlauf, ebenfalls lautstark gefeiert vom Aachener Publikum. Ingrid Klimke kann nach ihrem Sieg 2015 nun auch den Sieg 2017 feiern.

Auch die anderen Einzelreiter konnten sich zumeist gut zeigen. Pech hatte Aachen-Debütantin Leonie Kuhlmann, die nach einem Vorbeiläufer an den schrägen Hecken im Türkish-Airlines Komplex (13b) an Hindernis 23a aus dem Sattel ihrer tollen Cascora kam. Leonie ist 23 Jahre alt, Cascora 13 jährig- ein Paar, von dem man in Zukunft sicher noch häufiger hören wird! Ebenfalls Pech hatte Andreas Ostholt, dem mit Pennsylvania dasselbe Schicksal ereilte, wie zuvor Leonie und Cascora: An 13 a musste Andreas ebenfalls einen Vorbeiläufer hinnehmen- übrigens der Komplex, der den meisten Paaren Probleme machte.

Deutlich besser lief es für Jörg Kurbel und den erst 9 jährigen Josera’s Entertain You, der die gemeinsame Aachen-Premiere auf Platz 19 (-63,7), mit nur Zeitfehlern im Gelände (-6,8) beendete. Auf Platz 13 liegt am Ende Josefa Sommer mit Hamilton, die damit wohl eine deutliche Empfehlung für die noch ausstehende Nominierung für die kommenden Europameisterschaften in Strzegom abgegeben hat (-51,3).

Dies gelang ebenfalls Einzelreiter Kai Rüder, der mit Colani Sunrise Zehnter wurde (-47,4). Zunächst wurden ihm 50 Minuspunkte angerechnet, da er ein Hindernis nicht korrekt zwischen den Fahnen überwunden haben sollte, diese wurden jedoch revidiert.

Die Nominierung für die Europameisterschaften erfolgt im Laufe des Tages durch den Vielseitigkeitsausschuss. Hans Melzer sagte aber bereits, dass die Paare, die im Fokus sind, sich gut präsentierten.

Neben den bereits gesetzten Paaren, Julia Krajewski-Samourai du Thot (oder Chipmunk FRH), Ingrid Klimke mit Horseware Hale Bob OLD, Michael Jung mit fischerRocana FST und Bettina Hoy mit Seigneur Medicott (oder Designer) stehen noch Josefa Sommer mit Hamilton, Kai Rüder mit Colani Sunrise und Leonie Kuhlmann mit Cascora in erster Reihe, von denen zwei Paare ausgewählt werden müssen.

„Alle Stürze, die im Verlauf der Prüfung passierten, verliefen glimpflich“, so Turnierleiter Frank Kempermann.

Ergebnisse Mannschaft

Ergebnisse Einzel

Ingrid Klimke: „Der Kurs war toll zu reiten, es gab einige technische Abfragen, sodass man den ganzen Ritt über konzentriert bleiben musste. Trotzdem gab es einige Strecken, auf denen man richtig gut zum galoppieren kam. Bobby war beim Abreiten schon etwas angezündet, als ich dann zum Schluß alleine dort war. Deshalb ging er dann vom Start weg so schnell los, dass ich beim ersten Minutenpunkt etwas Tempo rausnehmen musste. Er ist in super Form für die Berge in Strzegom, die uns bei den Europameisterschaften erwarten.“

Michael Jung: „Sam war beide Tage wirklich richtig gut. Das war hier seine erste Prüfung nach Badminton und er zeigte sich in allen Teilprüfungen fit.  Er galoppierte gut und ich hatte an jedem Sprung ein gutes Gefühl. Das war seine Vorbereitung für Burghley, er ist in super Form und es hat viel Spaß gemacht.

Sandra Auffarth: „Unsere Dressur war schon ein super Start, im Springen war Wolle dann leider etwas stark, weshalb uns auch der Fehler passierte. Ich war trotzdem sehr zufrieden mit ihm. Im Gelände war er super zu händeln, zwar motiviert, aber nicht zu crazy, wie letztes Jahr in Rio.“

Josefa Sommer: „Ich bin einfach nur froh, hier sein zu können, mein Pferd ging einfach phantastisch. Schon in der Dressur hat er sich in der Atmosphäre super konzentriert und ging dann noch eine Nullrunde im Springen. Das war schon spitze. Das Gelände heute hat nochmal das i-Tüpfelchen draufgesetzt, mir fehlen ein bißchen die Worte.“

Hans Melzer: „Wir hatten hier eine tolle Prüfung, Championatsbedingungen in allen drei Teilprüfungen. Der Boden war heute phantastisch, wir hatten insgesamt sehr gute Ritte. Josefa Sommer war ein guter Pathfinder, sie hat einen wirklich guten Job gemacht, da bin ich sehr stolz auf sie.“