Aachen als letzte Sichtung und Generalprobe für die WEG in Tryon

Seit den Europameisterschaften 2011 war auf den Championaten klar- die deutsche Equipe musste erst einmal geschlagen werden.

2014 und 2015 glänzten noch von Goldmedaillen- Einzel- und Mannschaftsgold bei den Weltmeisterschaften in Caen, Einzel- und Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften in Blair Castle.

2016 schwächelte das Team in Rio erstmalig, durch sichere Springrunden konnte sich die Equipe aber nach den Vorbeiläufern von Sandra Auffarth und Opgun Louvo sowie Ingrid Klimke mit Hale Bob und dem Ausscheiden von Julia Krajewki und Samourai du Thot noch die Silbermedaille erkämpfen.

Überragend dann der Sieg bei den letztjährigen Europameisterschaften, bei denen Ingrid Klimke die erste Einzelmedaille gewann und sich im Sattel von Hale Bob den Titel sicherte. Die Mannschaft um Klimke, bestehend aus Bettina Hoy und Seigneur Medicott, Michael Jung und fischerRocana FST sowie Julia Krajewski mit Samourai du Thot verlor ihre Silbermedaille durch eine positive Medikationsprobe bei Samourai du Thot.

Nun stehen 2018 also die World Equestrian Games, die Weltmeisterschaften in Tryon an.

Auf der Longlist in Gruppe eins stehen die fünf Kandidaten, die aller Voraussicht nach die Wunschkandidaten des Vielseitigkeitsausschusses und des Bundestrainers Hans Melzer sind. Dies sind: Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon oder FRH Corrida, Michael Jung mit fischerRocana FST, Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD, Julia Krajewski mit Samourai du Thot oder Chipmunk FRH, Kai Rüder mit Colani Sunrise. In der ersten Reservegruppe sind aufgeführt Felix Etzel mit Bandit, Jörg Kurbel mit Entertain You und Josefa Sommer mit Hamilton.

Hans Melzer hatte im Vorhinein angekündigt, dass Aachen die Generalprobe für die Weltreiterspiele seien, und er den Fokus auf die Mannschaft legt. Wir wissen, der Versuch ging mit Platz 5 als Resultat daneben. Hoffentlich ist das kein Ausblick auf die Ergebnisse bei der WM.

Traditionell wird nach der Prüfung in Aachen die Shortlist für das kommende Championat bekanntgegeben. Dieses Jahr- Fehlanzeige. Wahrscheinlich liegt dies nur am späten Zeitpunkt der WEG Mitte September und dem damit verbundenen späten Nennungsschluss.

Eins ist sicher: Soll der Einzel- und Mannschaftstitel verteidigt werden, muss das deutsche Team sich besser schlagen, als an diesem Wochenende in Aachen. Mit Sicherheit sind die routinierten Paare zu einer Glanzleistung im Stande. Aber das Altern der Weltpferde La Biosthetique Sam FBW und Opgun Louvo und der damit verbundene Rückzug aus den Championatsteam schwächt die deutsche Mannschaft ungemein. Michael Jung, Sandra Auffarth und Ingrid Klimke sorgten für die atemberaubende Medaillensammlung in der Amtszeit von Bundestrainer Hans Melzer.

Es wäre wichtig gewesen, schon in diesen Erfolgsjahren an die Zukunft zu denken, und neue Paare mit Championatserfahrung auszustatten. Hoffen wir, dass es sich dieses Jahr nicht zu sehr rächt und Hans Melzer im nächsten Jahr bei der Heim-EM in Luhmühlen dann mit dem Startkontingent von 12 Paaren weitere Paare aufbauen kann.

Wir liefern in den kommenden Tagen einen kleinen Blick auf die gelisteten Paare und das, was in Aachen passierte.

Germany’s Sandra Auffartth (individual gold), Dirk Schrade, Michael Jung (individual bronze), and Ingrid Klimke celebrate after claiming the team title in the Eventing final at the Alltech FEI World Equestrian Games in Caen
Mandatory Credit: FEI / Arnd Bronkhorst / Pool Pic